Hi Gum!
Der Anblick eines begehrenswerten Wesens im Vorübergehen.
Peanuts:
S1Z1 - 'Strauch von Haaren' wirkt sprachlich nicht eben sonderlich sexy, eher ungepflegt. Das verdirbt das erwünschte 'Bild der Sehnsucht' in meinen Augen doch ein wenig. Wie wäre es mit 'ein
Schwung von Haaren'?
S2Z1 - Könnte da 'au
f den Lippen' gemeint sein?
Das Ganze verwirrt mich ob gewisser Hinweise. Das 'Wippen im Schritt' weist auf einen erigierten Penis hin. Obendrein möchte das LyrIch es 'saugen', was allzu wortwörtlich interpretierbar wäre. Wäre ein Busen gemeint, sollte es sowas wie 'Wippen beim Schreiten' heißen. Auch der 'Strauch von Haaren' erinnert frappant an Schambehaarung (Strauch = Busch), und der 'Glanz von Perlen' könnte auch Sperma beschreiben ...
Zuletzt verweist der Vergleich mit einer Leiter auf etwas Langes, in die Höhe Ragendes - noch eine Anspielung auf einen Phallus. Zu den Göttern käme man dann über den Orgasmus ...
Andererseits ist nichts so klar artikuliert, dass man es nicht auch ganz anders deuten könnte - ganz nach dem jeweiligen 'erotischen Background' des Lesers. Der Strauch von Haaren könnte auf dem Kopf sitzen, die Perlen könnten Lippenstift sein, und mit 'im Schritt' könnte ganz profan das Gehen gemeint gewesen sein, und das Wippen saugen die Augen des Betrachters wie die Freiheit, und nicht ein Mund.
Der Anblick der Schönheit einer Frau an sich könnte die erwähnte Gottesleiter sein.
Was stimmt nun? - Oder legt es der Dichter ganz bewusst darauf an, dass man sich das fragt, um die Austauschbarkeit, vor allem aber die moralische Gleichwertigkeit sexueller Prägungen so zu unterstreichen? Gibt es eine geschickt verborgene philsosphische Komponente, die den Leser fordern soll? - Oder ist es doch nur ein verbaler Softporno, leicht missverständlich in Sprache geronnen?
Wir warten gespannt auf die Antwort ...

LG, eKy