Autor Thema: Was kam danach  (Gelesen 112 mal)

gummibaum

Was kam danach
« am: April 20, 2026, 01:46:23 »
Der letzte Krieg ließ dem Planeten
ein kaltes Klima, wenig Licht
und wilde Horden aus Gameten,
die Fehler hatten, kein Gesicht.

Sie tasteten sich durch verseuchte
Natur, die wenig Nahrung bot,
doch häufig Trümmer, Glas und feuchte
Verwesung zwischen Rattenkot.

Sie liebten kaum mehr, masturbierten
gemeinsam für ein wenig Glück,
und Inzucht, die im Land grassierte,
entwickelte den Geist zurück.

Es herrschte Schwachsinn, die Idioten
mit weichen Köpfen lachten froh,
man aß allmählich seine Toten,
und strafte den, der zart blieb, roh.   

Ich war der letzte, der noch wusste,
wie es davor gewesen war,
erst lachten sie mich aus, dann musste
ich schweigen in der blinden Schar…
 
« Letzte Änderung: April 20, 2026, 22:47:50 von gummibaum »

Erich Kykal

Re: Was kam danach
« Antwort #1 am: April 20, 2026, 11:45:12 »
Hi Gum!

Gameten sind Spermien oder noch unbefruchtete Eizellen. Ist dieser Begriff nun wörtlich zu nehmen, und all das spielt sich in einem einzigen, duch Erkrankung verwüsteten Körper ab - oder dient er als abwertende Bezeichnung von etwas Unvollkommenen, bezogen auf die degenerierten Überlebenden eines atomaren Holocausts?

Jedenfalls eine deutliche, wort- und bildgewaltige Mahnung wider die menschliche Kurzsichtigkeit und Unvernunft.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Was kam danach
« Antwort #2 am: April 20, 2026, 22:55:02 »
Danke, lieber Erich.
Ich hab die Stelle leicht modifiziert. Die wilden Horden (denen bzw. deren Mitgliedern das Gesicht fehlt) sind Produkte fehlerhafter, degenerierter Chromosomen in den Keimzellen (Gameten). Ich hoffe, es ist verständlich so.

LG g