Wehe dem Schönen, das Sprache einst wusste,
als man noch schätzte, was rund sie beschrieb.
Karger an Fülle erkrankte der würdige Weinstock,
trocken und morsch liegen die Keltern brach.
Verlorenes Wunder, der Wein bewegender Worte
im Stammeln der Narren, die Neues versuchten,
jedoch ohne Achten, ob es den Sinnen gefällt.
Beraubt der Form, aufgewachsen im Klange,
zerstückt und beliebig zusammengewürfelt
im Namen der Mode, des Zeitendiktats,
gebeugt und krumm, schief und zerworfen
brüllt das Konstrukt nach Bedeutsamkeit,
buhlt um Mehrwert im schrägen Gewande,
geschneidert von jenen, erblindet im Rausche
verselbstständigter Evolution der Banalen,
welche nur jener Kunst sich am nächsten wähnen,
die selbst sie bestimmten zum Maß ihres Tuns.
So holpern und stolpern im taktlos Modernen
die fleischlosen, knöchernen Reste von Bildern
und klappern die Zeichen, die sie bedeuten sollen,
wie leblose Puppen vergeistigten Gesten nach.
Wehe dem Schönen, das Sprache einst wusste,
als man noch schätzte, was rund sie beschrieb.