Hi Erich,
herzlichen dank für Deinen Kommentar. Strophe eins steht im bewussten Kontrast zu Strophe zwei. Es geht darum, dass Kontakte zu Schwerstkranken und Sterbenden extrem erschwert sind, "Shoppen" aber jederzeit möglich sein muss, denn es ist ja systemrelevant. Andererseits hat extremer Konsumismus letztlich zum entstehen der Pandemie beigetragen. "Wirtschaftsweise" und Politiker arbeiten daran, dass alles wieder möglichst wie früher werden soll, damit die Wirtschaft brummt. Das lyrische Ich wünscht sich einen großen inneren Abstand zu den Verheißungen der Marketingstrategien, es sei gut für uns, immer mehr zu reisen, zu konsumieren, etc.
Ich gebe zu, dass ist sehr verkürzt dargestellt. Aber warum soll der Leser nicht auch einmal nachdenken dürfen?
Lieber gummibaum,
herzlichen Dank für Deinen Kommentar, der mir aus der Seele spricht.
Liebe Agneta,
um die "innerliche Distanz der Menschen zueinander" geht es mir in dem Text nicht. Es geht um die Beschränkung, teilweise Verbote von Besuchen in Pflegeeinrichtungen und um die Rahmenbedingungen. Mein letzter ehrenamtlicher Besuch in einem Pflegeheim (eine halbe Stunde im sogenannten Besuchszimmer) verlief so, dass ich eine Maske tragen musste, obwohl mehr als drei Meter Abstand und eine Plexiglasscheibe zwischen mir und der Patientin war.
Durch die Maske hat mich die Frau gar nicht erkannt, war die Verständigung (Schwerhörigkeit der Gesprächspartnerin) erschwert und die gesamte nonverbale Kommunikation unmöglich. Ein Lächeln, ermunternde, tröstliche Gesichtsausdrücke etc. sind nicht lesbar durch die Abdeckung der dafür wesentlichen Gesichtspartien, ganz abgesehen von der fehlenden Berührung (z. B. einmal die Hand ergreifen zu dürfen).
Therapeutische Gespräche oder Begleitung von Sterbenden, noch dazu wenn diese so dement sind, dass sprachliche Kommunikation nicht mehr möglich ist, und nur noch berührende Nähe wirkt, das ist dann so sehr eingeschränkt, dass es sinnlos wird.
Euch allen herzliche Grüße, AlteLyrikerin.