Hi, Cypi!
Der Rhythmus ist immer 4-3-4-3-4-3-4-3. Keine Ahnung, ob das Dingens einen eigenen Namen hat.
Das Gedicht entstand einige Zeit nachdem ich eine Doku über Justizirrtümer gesehen hatte. Es ist eine Frechheit, was da oft abläuft!
Aktuell ist ja der Fall des jugendlichen Afroamerikaners, der über 30 Jahre unschuldig (wegen Vergewaltigung einer Dreijährigen) eingesperrt war und erst durch einen privat finanzierten Gentest freikam, allerdings selbst das erst nach Jahren der Behördenmühle.
In der Doku ging es um einen Lehrer, der von einer Kollegin wegen Vergewaltigung angezeigt und nur aufgrund dieser Aussage verurteilt wurde. Weil er immer seine Unschuld beteuerte und sich der psychologischen "Betreuung" (die immer zuerst ein Schuldeingeständnis von ihm verlangte) verweigerte, bekam er keinerlei Haftvergünstigungen. Als "Sexverbrecher" wurde er zusätzlich von den Mithäftlingen gemobbt und bedroht. Jahre später stelle sich anhand anderer Fälle heraus, dass die Dame geistig verwirrt und eine notorische Lügnerin war. Er wurde entlassen, bekam als "Unschuldiger" aber keinerlei staatliche Unterstützung oder Reintegrationshilfe (die ist nur für "geläuterte" Verbrecher!). Stattdessen musste er nochmals bei Gericht erscheinen. Er wurde zwar freigesprochen, musste seine Entschädigung aber einklagen. Er starb an Herzinfarkt, ehe es dazu kam. Die letzten Jahre verbrachte er als Hartz-IV-Empfänger, verlassen von Kollegen, Gattin und Freunden, die ihn, als er verurteilt worden war, im Stich gelassen hatten. Das Stigma seiner Verurteilung wurde er nie los - nicht mal eine erneute Anstellung als Lehrer bekam er, weil der Staat seine Haft nie aus seiner Akte getilgt hatte.
Ein restlos zerstörtes Leben - ein Indizienurteil - in beiden Fällen, weil es den Richtern in beiden Fällen offenbar wichtiger war, einen "Täter" zu schnappen, als die Rechte eines möglicherweise Unschuldigen zu schützen!
LG, eKy