Hi, charis!
Sehr schön geschrieben, stilistisch, sprachmelodisch, inhaltlich wohlgelungen.
Ein paar Vorschläge und Peanuts:
Sanft spielt der Wind auf Weidenzweigen Der erste Auftakt ist betont in einem Gedicht mit ansonsten unbetonten Auftakten. Gewollt? Sonst: "Der Wind spielt sanft auf Weidenzweigen"
ein Abschiedslied in Moll. Nur drei Heber. Das ginge schon, da auch Z3 nur dreihebig ist, aber dieser Wechsel geschieht nur in S1 - die anderen Strophen takten alle mit immer vier Hebern - das stört den Rhytmus im Gesamten. Vorschlag: "ein leises (wehes) Abschiedslied in Moll."
Der Himmel weint ob diesem Geigen, Leichter verständlich und flüssiger lesbar: "...mit diesem Geigen,"
so schwer und sehnsuchtsvoll. Nur drei Heber. Vorschlag: "so seltsam (selten) schwer und sehnsuchtsvoll."
Im zarten Licht die Blätter stieben
von kühler Brise sanft berührt,
vom Morgentau geküsst. - Sie lieben! Der "m-M"-Prall ließe sich vermeiden: "von Morgentau..."
Vergänglich Schönheit uns betört: Verkürzung UND Inversion - das klingt schon geschraubt. Vorschlag: "Vergängliches, das uns betört:"
Ein Flammenmeer gemalt auf Lüfte. Komma vor "gemalt".
Es fällt auf regentrunkne Wiesen,
verströmt dort satte Erdendüfte, Das "satte" klingt hier sehr dominant und hart. Altern.: "starke", "klare", "tiefe",... Kein Komma am Zeilenende.
und lässt die Sinne überfließen.
Sehr gut gedichtet und entsprechend gerne gelesen! Nimm, was dir brauchbar erscheint von meinen Vorschlägen.
LG, eKy