Der Herbst hat mich zu sich geladen,
zu sinnlich-stillem Aufenthalt
und hat, um mein Gemüt zu laben,
mir seine Heimstatt bunt bemalt.
Den Himmel hat er reingewaschen
und in ein blaues Tuch gefärbt,
kein Fleckchen kann mein Blick erhaschen,
soweit mein Auge schweift und fährt.
Den Bäumen gab er neue Kronen
sie flammen auf in Gelb und Rot,
ich seh der Farben Feuer toben,
entfacht von Sonnenglanz und -glut.
Die Luft hat er in Glas gegossen,
jetzt ist sie kühl und klirr und klar,
ich hab sie stundenlang genossen,
so sauber, frisch und wintersnah.
Doch hab ich mich nicht täuschen lassen
von Herbstens vornehmer Manier,
mich dünkt, er lud, um mich zu fassen:
Mit ihm zu sterben bin ich hier.

Foto: Aspasia, 2008