Hi, letreo!
Ein lustiges amouröses Gedicht - launig zu lesen!
Negativ fallen hier leider die ständig und unrhythmisch wechselnden Kadenzen (Versenden - "
männlich"=betont, "
weiblich"=unbetont endend) auf: mwmw-wwww-mmmm
Auch die Silbenanzahl pro Zeile schwankt zuweilen gewaltig: 7678-8688-7777
All das zusammen stört den Leserhythmus erheblich.
Optimal wären
gleichbleibende oder rhythmisch wechselnde Kadenzen, bzw.
gleichbleibende oder zumindest rhythmisch wechselnde Silbenzahl.
S1Z1 - Etwas umgestellt würde die Zeile harmomischer klingen und ein Komma sparen.
S1Z2 - Komma am Zeilenende.
S1Z4,4 - Der Satz bleibt unvollständig - das "
sind" fehlt hier schon, da sogar 2 Phrasen es bräuchten. Rein "poetisch" ist es nicht falsch, bloß das Fehlen fällt halt etwas unangenehm auf, wie ich finde.
Zudem müsste das verwendete Wort "
Amour" heißen, franz. für "Liebe". Amor ist zwar ein Liebesgott, aber er wird gewiss nicht kleingerieben und dem Holden ins Ohr "gesäuselt"!

Dieser
Amor wird außerdem auf der ersten Silbe betont ausgesprochen - der Begriff ist hier also doppelt falsch verwendet.
Amour reimt sich dann natürlich nicht mehr auf Ohr ...
S1Z4 - bei dieser Formulierung beginnt die Zeile unbetont, das Gedicht hat aber ansonsten betonte Auftakte (Zeilenbeginn).
Ich habe die Wogen mal geglättet. Die folgende Version hat durchgehend
betonte Autakte, einen regelmäßigen Rhythmus der Silbenzahl (
7676 in allen Strophen) und ebenso rhythmisch wechselnde Kadenzen (
mwmw in allen Strophen)
Raune zärtlich Dir ins Ohr
knusperfrische Worte,
herzliche mit viel Dekor
und von andrer Sorte.
Knabbere an Deinem Kinn,
höre wie ganz leise
Du mir sagst, was ich Dir bin,
auf so süße Weise.
Fühle zärtlich Deine Haut,
Deinen Körper beben,
ein Gefühl, mir so vertraut
wie das eigne Leben.
Wenn du es laut liest, wird du beim Vergleich zu deiner Version bemerken, worauf ich hinaus will, wenn ich immer von flüssigem, rhythmischem Duktus und harmomischer Sprachmelodie spreche.

Gern gelesen und beklugfummelt!

LG, eKy