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Die violetten Fliedertrauben rankten wie kokett
um unsre Bank, das sichere Verlies, das Du gefunden,
als Deine Schritte meine Spur erkundungsfroh verließen.
Weich wie ein Rosenlager, wie ein seidnes Bett
schien mir die Bank. Die Laube, wie von Liebesduft umwunden
sah unsern ersten scheuen Kuß. Die Scheu hieß uns die Augen schließen,
sonst hätt ein Feuer mich wohl, Dich noch nicht verbrannt.
Wie warm der Arm, der sich so leicht um meine Schulter legte,
als sei er Hauch, der nicht so recht sich fester wagt.
Was war die Welt und wo, bevor ich endlich Dich erkannt,
bevor ein Schicksalsgott den Lauf der Sonne neu bewegte,
als Du nach einem Tête-à-Tête so heimlich lächelnd mich gefragt?
15. August 2016