Autor Thema: Am geheimen Orte  (Gelesen 1389 mal)

Erich Kykal

Am geheimen Orte
« am: Dezember 29, 2016, 17:08:26 »
Das Rot des Abends ist im Hag verglommen,
ein letztes Gegenlicht ermuntert die Geäste
verschwiegener und dunkelnder Paläste
und hoher Kirchen, zu Gestalt zu kommen

durch eines Tages schwindendes Versiegen
in zartem Violett vor ersten Sternen
am Firmament, die dort das Funkeln lernen
und Träumen leuchten, die nach Morgen fliegen.

Du rührst mich an mit dämmerkühlen Händen
und führst mein Staunen unter hohen Bäumen
der Stelle zu, wo wir zusammenkamen,

und alle Tage fort, die Abend fänden,
verblassen an den auferblühten Säumen
der Wohlgestalt, die deine Seele rahmen.
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

cyparis

Re: Am geheimen Orte
« Antwort #1 am: Januar 01, 2017, 07:07:10 »
Lieber Erich,

allmählich gehen mir die Worte aus, die Deine Lyrik adäquat preisen.
Die miteinander verschmelzenden Mäander Deiner Strophen verlocken dazu, sie wieder und wieder zu lesen, um hinter ihr offenes Geheimnis zu kommen.
Wie schön, ihnen nachzuträumen!

Liebe Neujahrsgrüße
von
Cyparis
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
copyright auf alle Texte

Erich Kykal

Re: Am geheimen Orte
« Antwort #2 am: Januar 01, 2017, 11:40:05 »
Hi Cypi!

Ja, das Geheimnis ist offen: Ich hab's von Rilke gelernt!  ;) :)

Vielen lieben Dank für die Honneurs! Dieses Gedicht halte ich selbst für eins meiner gelungeneren, daher nehme ich deine Begeisterung gerne an und freue mich zugleich, dich so damit beglückt haben zu können!  :)

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.