Autor Thema: Das Unwetter zieht herauf  (Gelesen 25 mal)

Erich Kykal

Das Unwetter zieht herauf
« am: Februar 12, 2018, 19:42:03 »
Überm Rand der Himmel hängen
Ungeheuer, graue Grausamkeiten,
und aus ihren Mäulern drängen
Ausgeburten, die auf Wirbeln reiten.

Dunkelheiten überziehen
schon die Lande, deren Hügelwogen
wie vor diesem Sturmwind fliehen,
willenlos entfestigt und verbogen.

Erste Blitze zucken lüstern
durch das wilde Brodeln und das Dräuen,
auf der Weide recken Nüstern
sich verängstigt und die Pferde scheuen.

Rasch hinein und in die Stube,
und die Tiere in die warmen Ställe!
Eines Himmels Mördergrube
schickt sogleich die erste Regenwelle!

Übern Rand der Himmel ragen
grimme Mienen, die Grimassen schneiden,
und die schwarzen Münder sagen
tausend Tode uns und Schmerzerleiden.
Dummheit und Demut befreunden sich selten.