Wir sind sündig, kurz und bündig,
wortlos willig, körperfündig,
immer billig und abgründig
geil. Bringt es Heil?
Ach, wir lügen und betrügen,
und wir beten und bereuen,
und die Jahre, die sich fügen,
müssen ständig uns erneuen.
Wir sind heilig, bibelzeilig
wohlzitabel, edelteilig,
unblamabel und langweilig
gut. Macht das Mut?
Und wir fühlen und wir wühlen
ineinander, bis wir brechen,
und wir sitzen zwischen Stühlen,
ob wir beichten oder zechen.
Wir sind sterblich, wohlbeerblich,
fallen still gelegentlich.
Aller Wille, er verblich
stumm. Wer weint darum?
Gut und böse wie Magneten,
und dazwischen wahres Leben:
Zwischen Chaos und Pamphleten
die Versprechen, die wir geben.