Autor Thema: Lustiger Bahnhof  (Gelesen 85 mal)

hans beislschmidt

Lustiger Bahnhof
« am: Juli 31, 2020, 11:11:58 »
Es endet eine Reise jäh
oft schon am Bahnhof an der Spree.
Urplötzlich und nach fremdem Brauch,
hat man ein Messer schon im Bauch.

Die Klinge bohrt sich tief hinein,
man blutet danach wie ein Schwein.
Was tun in dieser dummen Lage?
Der "Rot-Kreuz-Kurs" hilft hier, keine Frage.

Zuerst braucht man einen Druckverband!
Dazu presst man mit der einen Hand
ein Päckchen Tempo auf die Wunde,
wählt den Notruf, denn zu jeder Stunde

sind ratz fatz die Jungs der Rettung da,
mit Reifen-Quietschen und Tatü Tata.

Doch auch das Schubsen auf die Gleise
hat schon verkürzt so manche Reise.

Will man alles dies vermeiden,
sollte man zuhause bleiben.
« Letzte Änderung: Juli 31, 2020, 13:27:30 von hans beislschmidt »
"Wir sind mehr" Hilfe für den aussterbenden Konjunktiv.
.
"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)

Erich Kykal

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #1 am: Juli 31, 2020, 12:09:08 »
Es endet eine Reise jäh
oft schon am Bahnhof an der Spree.
Urplötzlich und nach fremden Brauch,
hat man ein Messer schon im Bauch.

Die Klinge bohrt sich tief hinein,
es blutet danach wie ein Schwein.
Was tun in dieser dummen Lage?
Der "Rot-Kreuz-Kurs" hilft hier, keine Frage.

Zuerst braucht man einen Druckverband!
Dazu presst man mit der einen Hand
ein Päckchen Tempo auf die Wunde,
wählt den Notruf, denn zu jeder Stunde

sind ratz fatz die Jungs der Rettung da,
mit Reifen-Quietschen und Tatü Tata.

Doch auch das Schubsen auf die Gleise
hat schon verkürzt so manche Reise.

Will man alles dies vermeiden,
sollte man zuhause bleiben.


Hi Hans!

Hat's wieder mal ein paar Fälle gegeben? Was ist bloß los mit euch unentspannten Germanen, dass es bei euch so viele Spinner gibt?  ;) ::) >:D Und ja, ich weiß - wahrscheinlich muss es wieder mal ein Migrant (nach fremdem Brauch) gewesen sein - würdest du dich sonst so echauffieren? (Böswillige Unterstellung!  :P)

Sag mal ehrlich, wenn du schuldlos einer Umgebung ausgeliefert wärst, die dich jeden Tag mit Zynismus, Verachtung und Hass überzieht, dich andauernd, ohne dich wirklich zu kennen, benachteiligt, herabwürdigt, beschimpft, ausgrenzt und beschuldigt, alles Mögliche zu sein - hättest du da nicht manchmal auch das Bedürfnis, endlich einfach nur ein Messer zu nehmen und ...
Ist natürlich die falsche Lösung, keine Frage, und sie trifft fast immer Unschuldige. Sind eben auch nur Menschen, diese Fremden ...

---------------------------

Jedenfalls gefällt's mir, ich mag Werke mit zähneätzendem Zynismus.

Ein paar Fehlerchen:

S1Z3 - "nach fremdem Brauch"

S2Z2 - "man blutet danach wie ..." Bei direktem Vergleich von Lebewesen nur so. "Es" könntest du zB verwenden in "Es blutet danach wie verrückt" oder so.

Und natürlich die dem Furor des Augenblicks geschuldeten metrischen Ungleichmäßigkeiten, die dir anscheinend egal zu sein scheinen, deinen Ruf als Poet allerdings qualitativ schädigen.

Eine metrisch saubere Version mit leichter (und wie ich hoffe geisterweiternder) Verschiebung der Perspektive (und ohne Seitenhieb auf eine ethnische Minderheit):

Es endet eine Reise jäh
oft schon am Bahnhof an der Spree.
Urplötzlich nach Proletenbrauch
hat man ein Messer schon im Bauch.

Die Klinge bohrt sich tief hinein,
man blutet danach wie ein Schwein.
Was tun in dieser dummen Lage?
"Rot-Kreuz-Kurs" hilft hier, keine Frage.

Zuerst braucht man nen Druckverband!
Dazu presst man mit einer Hand
ein Päckchen Tempo auf die Wunde,
wählt Notruf, denn zu jeder Stunde

sind bald die Jungs der Rettung da,
mit Blaulicht und Tatü Tata!
Doch jemand schimpft und schubst sie weg
und wirft die Trage in den Dreck.

Du liegst und denkst: Das geht zu weit!
Was ist denn das für eine Zeit!?
Wird denn schon jedermann zum Täter,
behindert Arzt und Sanitäter?

Und auch das Schubsen auf die Gleise
hat schon verkürzt so manche Reise.
Will man denn alles dies vermeiden,
so sollte man zuhause bleiben.


LG, eKy
« Letzte Änderung: Juli 31, 2020, 12:10:44 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #2 am: Juli 31, 2020, 12:34:56 »
Lieber Hans,
amüsante Verse über Wundbehandlung und Methoden der Gesundheitsvorsorge.

Gern gelesen.

Liebe Grüße von gummbaum   

hans beislschmidt

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #3 am: Juli 31, 2020, 13:28:43 »
Hi Erich, Hi Gummibaum,

Ich hab mir zwar die Schuhe am Wieseneingang abgestreift aber ganz lässt sich der Alltagsschmutz da draußen nicht loswerden.
Ich berichte wieder mal von den Unsäglichkeiten und bösen Machenschaften und das, obwohl ich kaum noch Nachrichten sehe und Zeitungen nur noch aus dem Wartezimmer der Arztpraxen kenne. Dort ist auch dieser lyrische Schnellschuß entstanden, während bei meinem Sohn die Infusion lief.

Die einfache Sprache im Umgangsdeutsch habe ich natürlich absichtlich gewählt (hehe), vielleicht auch, weil mir eine Bekannte das Gesamtwerk von Eugen Roth vermacht hat. Bei knapp 6 kg Lyrik frage ich mich jedes mal "was hat der Mensch eigentlich sonst noch gemacht?"
+++++++++
Der von mir geschätzte Erich hat natürlich gleich die Fallfehler entdeckt ... Dankeschön... werde ich sogleich korrigieren.
Sehr gut auch Erichs Zusatz-Strophe mit den Behinderungen der Sanitäter, doch das wird zusammen mit den Feuerwehrleuten ein anderes Gedicht werden.
Bleibt nur noch die vage Schuldzuweisung einer bestimmten Ethnologie, welche ich mit fremden Bräuchen angedeutet habe. Die Umschreibung mit Proletenbrauch trifft nicht den Kern der Sache, weil sehr viel mehr dahinter steckt. Wie Erich schon sagte, wäre ICH vielleicht auch so ein mit Wut erfüllter Mensch, wenn ich in einem Kriegslager groß geworden wäre. Ich glaube aber, dass dieses Thema zu weitläufig ist, um es bei einem Gedicht zu diskutieren.
++++++++
Nach dem Schubser diese Woche in Heidelberg, dachte ich ... "nicht schon wieder". Ich hab dann mal das Key Word "Bahnhof Schubser" gegoogelt und unzählige dieser Fälle gefunden. Man kann diese Berichte gar nicht alle lesen aber fast alle passierten nach 2015, was immer das bedeuten mag.
Auch der Bericht in der Zeitung "Illu der Frau" über den selbstgemachten Druckverband bei Messerstichen ist so krass, dass man das nur als Satire werten kann.
Vielen Dank für Kommentar und Gedanken.
Gruß vom Hans
++++++++++
Realsatire
https://www.tichyseinblick.de/feuilleton/medien/illu-der-frau-gibt-tipps-wie-stichwunden-zu-versorgen-sind/
« Letzte Änderung: August 01, 2020, 08:47:06 von hans beislschmidt »
"Wir sind mehr" Hilfe für den aussterbenden Konjunktiv.
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Erich Kykal

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #4 am: Juli 31, 2020, 19:19:52 »
Hi Hans!

"Vage" bitte mit "v" zu schreiben.

Spinner und Arschlöcher gibt es viele und überall - vorsichtig sollte man nur sein, wenn jemand versucht, daraus Etiketten für bestimmte Volksgruppen oder Ethnien herzuleiten. Verallgemeinerung ist neben Intoleranz eins der schlimmsten Menschheitsübel!

Nur um ein Beispiel zu nennen: Ein Messer in den Bauch kannst du in der Rockerszene auch haben. Sind deshalb ALLE Rocker gewalttätige, hormongesteuerte Idioten mit gesellschaftsfremden Regelwerk, nach denen sie bedingungslos leben? Nein, natürlich nicht. Ich war 15 Jahre lang einer und sollte es wissen.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

hans beislschmidt

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #5 am: August 01, 2020, 08:51:21 »
Hi Erich, mag schon sein, aber am Bahnhof oder in der Fußgängerzone sind Rocker eher selten und wenn es zu Auseinendersetzungen kommt, ist ein Motiv vorhanden. Gruß vom Hans
"Wir sind mehr" Hilfe für den aussterbenden Konjunktiv.
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Erich Kykal

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #6 am: August 01, 2020, 17:28:04 »
Hi Hans!

Oh, ein Motiv ist immer vorhanden. Nicht, dass es für Messerstecherei je ein gutes gäbe ...

Der, welcher dich zu deinem Werk inspirierte, hat sicher eins. Es mag uns widersinnig erscheinen, es mag ihm selbst nicht mal bewusst sein - aber vorhanden ist es!

Niemand, nicht mal der irrste Gestörte, sticht grundlos auf andere ein.

Die eigentliche Frage ist, wie sehr Menschen wie wir, wie du bereit sind, dieses Motiv herauszufinden und zu verstehen. Verurteilen und verdammen ist leicht - man hat einen Schuldigen und kann ihm gleich noch alles mit umhängen, was in unsern Augen falsch läuft!

Versteh mich richtig: Ich rechtfertige seine Tat nicht. Sie ist ungerecht, grausam, gewalttätig und rücksichtslos, und die Haftstrafe dafür hat er in jedem Falle verdient. Auch das Opfer hat mein Mitgefühl. Aber für Menschen wie mich bleibt der Täter dennoch immer ein Mensch, der zumindest dafür Respekt und Bemühen um Verständnis verdient hat, dass er einer ist. Dass er sich so herz- und bedenkenlos schuldig gemacht hat, stimmt mich traurig und lässt mich ein Stück weit mehr an der Menschheit zweifeln und verzweifeln, aber ich würde ihm nie seine ethnische Herkunft vorwerfen oder aus seiner Tat verallgemeinernde Charakterzüge seiner Ethnie herleiten wollen, mit der ich dann alle etikettieren kann, die so "fremd" aussehen wie er.

Mag sein, dass dieses Individuum tatsächlich ein soziopathisches A-loch ist, ein sadistischer Menschenhasser, den seine Tat zutiefst befriedigt hat - aber ich würde nie daraus verallgemeinern. Solche Typen finden sich in jedem Volk, und sie sind weltweit in etwa gleich häufig verteilt. Nur die Medien steuern die Wahrnehmung solcher Taten unterschiedlich, um manipulativ Sensationen zu schüren, indem sie mit latenten Ängsten spielen.

So mag der Eifersuchtsmord eines Herrn Furtwengler aus Hombergshausen mit anschließendem erweitertem Suizid die Lokalnachrichten eines einzelnen Abends dominieren, wird es aber sicher nie auf die internationale Medienbühne schaffen, weil derlei eben immer wieder mal vorkommt. Vielleicht fragt irgendein kopfschüttelnder Nachbar noch in die Kamera: "Warum nur auch die Kinder!?", aber das war's dann auch.

Aber wenn ein Herr Abdullah Gülddürym dasselbe macht, wird es gern als willkommenes Beispiel für den Wahnsinn und die Mittelalterlichkeit seiner "verkommenen" Kultur herangezogen. Dann ist er der böse Paschah, der seine entrechtete Frau jahrelang wie eine Sklavin gehalten und vergewaltigt hat, und der seine täglich verprügelten Kinder als Besitztum betrachtet und sie darum mit in den Tod genommen hat. Dann stürzen sich all die Hochglanzgazetten, Stremingdienste und Online-Ticker sofort auf die Geschichte und weiden sie gründlich aus - natürlich eingefärbt nach ihrem eigenen Gutdünken, um möglichst große Auflage oder möglichst viele Clicks zu erzielen.
Und dann sind sie plötzlich ALLE so, die so ähnlich heißen und so ähnlich rumlaufen wie der Herr Abdullah.

Und DAS ist es, was ich dir immer wieder vorwerfe. Diese stumpfe, gefährliche Verallgemeinerung, die immer wieder aus der Art atmet, wie du diese Anwürfe, mögen sie noch so subtil und versteckt sein, in deinen Werken formulierst. Diese Sorte Meinungsmache, die nicht aufklären und zu besseren Menschen erziehen will, sondern oberflächliche und großflächige Feindbilder schaffen soll, auf die man dann gemeinschaftlich einprügeln kann. Da zählt nicht mehr das Individuum und dessen Taten, sondern dann wird eine ganze Volksgruppe für das Tun vergleichsweise immer noch sehr Weniger verantwortlich und mitschuldig gemacht.
Dem entgegenzuwirken, lassen deine Texte leider zu wünschen übrig, so gerecht dir dein Schimpfen auch erscheinen mag.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

hans beislschmidt

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #7 am: August 03, 2020, 14:31:11 »
Hi Erich,

Zitat
Und DAS ist es, was ich dir immer wieder vorwerfe. Diese stumpfe, gefährliche Verallgemeinerung, die immer wieder aus der Art atmet, wie du diese Anwürfe, mögen sie noch so subtil und versteckt sein, in deinen Werken formulierst. Diese Sorte Meinungsmache, die nicht aufklären und zu besseren Menschen erziehen will, sondern oberflächliche und großflächige Feindbilder schaffen soll, auf die man dann gemeinschaftlich einprügeln kann. Da zählt nicht mehr das Individuum und dessen Taten, sondern dann wird eine ganze Volksgruppe für das Tun vergleichsweise immer noch sehr Weniger verantwortlich und mitschuldig gemacht.

das Thema scheint dich nicht loszulassen und ich frage mich, warum das so ist. Immerhin befindest du dich in bester Gesellschaft mit all den ganzen "Nehmern" hierzulande. In nur 20 Jahren hat sich Deutschland gewandelt von dem Land des einstigen Wirtschaftswunders der Aera Schmidt/Kohl in eine stumpfsinnige Abnickgemeinschaft von Obrigkeitshörigen, die keine Möglichkeit auslassen ihr Land wirtschaftlich, wie auch traditionell an die Wand zu fahren. Dass dies in so kurzer Zeit passieren könnte, hat m.M. mit DDR Praktiken zu tun.
Wer sind nun jene in der Staatsraison gefangenen? Ich nenne sie Nehmer und wie konnte es so weit kommen, dass dieses Stimmvieh die Mehrheit der Bevölkerung stellt, wo keiner sich mehr traut ganz simple Wahrheiten auszusprechen? Das Schlimmste daran ist, dass Frau Merkel wieder bei 39% in der Sonntagsfrage liegt.

Zitat
Die Nehmer und Profiteure des Systems

Die da sind ....
*** Politiker, Kommunalpolitiker, Stadträte, Landräte.

*** Beamte, Staatsangestelle und Bedienstete von Behörden, öffentlich rechtliche Sendeanstalten, Stadtwerken, kommunalen Versorgungseinheiten.

*** staatsnahe Organisationen, wie IHK, THW, Handwerkskammern, Krankenkassen, Krankenhäuser, Versicherungen, Banken usw.

*** Firmen, die ihren Umsatz über staatliche Ausschreibungen generieren, vom Handwerker bis zum Möbelhersteller und Pharmariesen.

*** Künstler, Eventbranche, Cateringfirmen und alle, die Aufträge von Kulturämtern und staatsnahen Stiftungen bekommen

...... um nur die wichtigsten Nehmer zu nennen und zusammen mit den Familienangehörigen, nennt man Sippenhaft, macht das gefühlt die Hälfte der Bevölkerung aus.

Um dieses Potential auf Raison zu trimmen, benutzen die entsprechenden Entscheider eine Vielzahl von Instrumentarien, um den Einzelnen zu disziplinieren. Das beginnt mit dem Wohlverhaltensgespräch unter vier Augen mit dem Vorgesetzten, betrieblichen Abmahnungen, bis zum perfidem Mobbing oder öffentlichem Pranger. Ach ja , das Denunzianten-Gen hätt ich fast vergessen. So wird sichergestellt, dass keiner aus der Reihe tanzt und das umgesetzt wird, was der politische Mainstream vorgibt. So hat die DDR viele Jahre bestens funktioniert.

+++++++

Du scheinst dieses System nicht begriffen zu haben, denn du bedienst dich eben dieser Mittel, wenn auch nicht so direkt wie geschildert.
Weil ich dich schätze, versuche ich dir aber das erklären, denn als Wortkünstler bist du herausragend aber von gesellschaftspolitischen Zusammenhängen und Machtstrukturen hast du offensichtlich wenig Ahnung, was mich nicht wundert, denn es ist schwer aus einer Komfortblase, wo jeden Monat reichlich Kapital sprudelt, herauszukommen - sehr schwer.

+++++++++

Zitat
Der Unterschied zwischen Ethnologie und Ideologie

So, so, ich bin also gefährlich? Nicht dein Ernst oder?
In Deutschland leben 21 Mill Menschen mit Migrationshintergrund. In der Gastronomie, wie auch im der sozialen Begleitung, gibt es kaum Nationalitäten, mit denen ich nicht zusammengearbeitet hätte. Ohne Stress wohlgemerkt. Ich habe auch noch nicht davon gehört, dass Hindus oder Buddhisten sich über vorenthaltene Rechte beschwert hätten.

Zitat
Zitat Kemal Atatürk
Islam, diese absurde Theologie eines unmoralischen Beduinen, ist eine verwesende Leiche, die unser Leben vergiftet.

Es ist die Ideologie des Islam, die uns täglich darüber aufklären will, wie das Gastland Deutschland mit ihnen umzugehen hat. Wer nur die Begriffe Messer oder Joggerin googelt, wird von ungezählten kriminellen Tätern lesen müssen, deren Beschreibung auf südländisches Aussehen zutrifft. Wer andererseits diesen Sachverhalt beim Namen nennt, wird durch Antfageschrei zurechtgewiesen. Das ist auch deine Vorgehensweise, wenn auch verdeckt. Nur, dass mich das nicht beeindruckt.
Es mutet an, dass du sämtliche Literaturhinweise, Informationen über Zeitungen usw. die ich dir gegeben habe, absichtlich ignorierst, mit dem Argument, du wüsstest selbst um entsprechend Rückschlüsse. Das kannst du eben nicht. Auch ist dein Kommentarverhalten so gestaltet, dass du immer das antwortest, was du dir schon im Vorfeld vorgenommen hast und den Inhalt des vorangegangenen Kommentars völlig ausblendest. Dadurch wird das Kommentieren deiner Kommentare irgendwann mühselig.

Ich möchte dich deshalb bitten, auf so wichtige Zusammenhänge zu antworten wie.....

***Der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer oligarchischen Republik.
***Die zerstörerischen und spalterischen Machenschaften des DITIB (in Österreich Atib).
***Die Rechtsbeugung innerhalb des Strafrechts bei Genitalverstümmelung, Pädophilie, Polygamie, Menschenhandel und Sozialmissbrauch.
*** ach ja und nenne mir bitte einen Staat, wo Moslems und andere Religionen gleichberechtigt in Frieden miteinander leben.

Diese Themen wären vorab diskussionswürdig, ohne deine Allerweltsfloskeln .....

Zitat
Meinungsmache, die nicht aufklären und zu besseren Menschen erziehen will, sondern oberflächliche und großflächige Feindbilder schaffen soll, auf die man dann gemeinschaftlich einprügeln kann.

.... und danach könnte man erst auf Details eingehen.

Ich frage dich, "bist du dazu in der Lage zu diskutieren, mein geschätzter Dichterfreund?"

Gruß vom Hans
« Letzte Änderung: August 03, 2020, 14:53:13 von hans beislschmidt »
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Erich Kykal

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #8 am: August 03, 2020, 22:42:15 »
Lieber Hans!

Ich muss ein System, in dem ich lebe, nicht begriffen haben, um mich zu entscheiden, wie ICH mit meinen Mitmenschen umgehen will und wie ICH über sie schreiben möchte. Und bei mir schließt "Mitmenschen" fremde Ethnien mit ein.

Klar ist kein politisches System perfekt und wird es auch nie sein können, aber das mieseste System, das mir Menschenrechte und Freiheit der Rede garantiert, ist mir immer noch 100mal lieber als die Alternative ... - aber darum geht es hier gar nicht! Es geht nicht um Politik, nicht darum, wer was richtig macht oder falsch, und ob oder wie man sich engagieren sollte.

Was ich dir klarmachen wollte ist, WIE wir als Menschen, nur als Menschen miteinander umgehen sollten, wie wir übereinander reden sollten, ohne zynische Herabwürdigung, Verallgemeinerung oder antipathieschürende Gemeinplätze. Und wie antwortest du? Mit einem politischen Vortrag über alles, was deiner Ansicht nach nicht stimmt in diesem Land.

Ich kann es dir sagen: Du stimmst nicht. Du pöbelst gegen Minderheiten, Flüchtlinge, Berufs- oder Interessengruppen, gern auch mal inländische, denen du alles umhängst, was dir Angst macht: du suchst Schuldige, erklärst sie höchstselbst dazu, fällst das Urteil und rufst in deinen Anspielungen quasi alle dazu auf, es dir gleichzutun: Pauschalverdacht, Pauschalausgrenzung, Pauschalhass.

Mir ist scheißegal, was in Deutschland oder Österreich nicht stimmt. Egal, wie sehr ich mich aufrege, ich werde eh nix dran ändern, wie die Menschen sind. Aber ich kann bestimmen, wie ICH SELBST mit den Mensch umgehen will, wie ich selbst über sie urteile - und vor allem, wie ich über sie schreibe! Und darin versagst du in meinen Augen - mit all dem, was ich daran seit je kritisiere.

Ich merke durchaus, dass du dich (hier zumindest) seit unserem letzten Disput darüber bemühst, zumindest die offen rassistischen oder islamophoben Werke auszulassen. Ob aus Überzeugung, dass das falsch ist, oder weil du denkst, dass es eh nix bringt, oder weil du nur mich hier überzeugen willst, dass du "brav" geworden bist, vermag ich nicht zu sagen. Dennoch leckt immer wieder mal ein Aufblitzen verallgemeinernder Unterstellungen durch - daran solltest du wirklich arbeiten.

Du wirfst mir vor, das größere Bild nicht wahrzunehmen - und bist doch selbst so blind, wenn es um Menschlichkeit FÜR ALLE geht. Ich kann nur fragen: Was ist das "große Bild" wert, wenn wir im Kleinen des täglichen Umgangs miteinander so veragen? Wie lang wird das hehre Standbild aufrecht bleiben, wenn wir schon im Fundament wanken und es mit einem Mangel an Toleranz, Respekt und Nächstenliebe unterminieren?

Kann die einzige Antwort auf solche Kräfte sein, dass man genauso werden muss, um sie zu befehden?

LG, eKy
« Letzte Änderung: August 03, 2020, 22:48:42 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

hans beislschmidt

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #9 am: August 04, 2020, 08:58:52 »
Lieber Erich,
du kannst und willst nicht diskutieren, denn das würde die Auseinandersetzung, wie auch die Bewertung der Lebensumstände, in denen du dich bewegst bedeuten. Du bist offensichtlich zu bequem - welch Wunder bei dieser Komfortzone und spiegelst fortwährend dich lieber selber bei allem was du tust. Selbst in deinem Kommentarverhalten stolzierst du nur aufgespreizt vor deiner Spiegelwand auf und ab, ständig im Beobachtungsmodus deines Ichs verharrend.

Zitat
Mir ist scheißegal, was in Deutschland oder Österreich nicht stimmt. 

.... mir nicht - und wer in einer Art narzistischer Selbstreflexion sich außerhalb eines gemeinsamen Kontexts stellt, hat seine Selbstverantwortung längst an der Garderobe abgegeben und hat nicht die Reputation anderen Lebensentwürfe zu empfehlen, denn die sind nichts wert.

Deine aufgetürmten philosophischen Nippesschälchen, aus denen süße Likörchen geschlürft werden, könnten sich leicht als Schierlingsbecher entpuppen und ich hoffe für uns beide, dass wir das nicht mehr erleben müssen.

Eigentlich drehen wir uns im Kreis und der Gehalt der Diskussion nähert sich in Verwirrtheit denen mit Martin Römer. Verweile weiter in dem gemachten Bettchen mit konfuzianischen Polsterversen und ich bleibe weiter bei den Widrigkeiten des Lebens und berichte über die Bösen da draußen. Sag einfach Bescheid, wenn du über das wahre Leben diskutieren möchtest.
Gruß vom Hans
"Wir sind mehr" Hilfe für den aussterbenden Konjunktiv.
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"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)

Erich Kykal

Re: Lustiger Bahnhof
« Antwort #10 am: August 04, 2020, 10:05:20 »
Hi Hans!

Stimmt, wir reden aneinander vorbei, so lang du nicht begreifst (oder begreifen willst), wovon ich eigentlich rede.

Mach ruhig deine Sozialkritik, prangere Missstände an, wo du sie diehst, dagegen habe ich ja nichts. Hatte ich nie. Nur, WIE du es tust.

Was ich eigentlich meine, habe ich nun mehrfach zu erklären versucht, aber es scheint an dir abzugleiten, so als gäbe es in deinem Gehirn gar nicht das nötige Areal, es überhaupt wahrzunehmen ...

Lassen wir's gut sein.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.