Autor Thema: Für jemand anderen...  (Gelesen 41 mal)

Ylva

Für jemand anderen...
« am: Januar 12, 2021, 19:24:32 »
Das ist mein erstes Gedicht seit längerer Zeit...mein Schreibfluß war unterbrochen, doch ich hoffe, jetzt fließt er wieder.... :)


Ich bin wie eine Fremde in einer neuen Welt.
Ich bin wie ein Blatt, das im Herbst zu Boden fällt.
Ich bin wie ein Schatten, der jedem Licht entflieht.
Ich bin wie der Wind, den es in die Ferne zieht.
Ich bin wie das Meer, wie Ebbe und wie Flut.
Ich bin wie ein Fluss, der niemals in sich ruht.
Ich bin wie eine Feder in einem wilden Sturm.
Ich fühl mich ohne dich so einsam und verlorn.

Du bist der Sommertag, klar und Himmelblau.
Du bist im ersten Licht der goldene Morgentau.
Du bist der Regentropfen, der meine Haut berührt.
Du bist der Rosenduft, der mich still verführt.
Du bist die Melodie, die mich zum Singen bringt.
Du bist in jeder Note, die in meiner Tiefe schwingt.
Du bist mein schönster Traum, der mich nicht schlafen lässt.
Du bist meine Hoffnung, bitte halt mich fest.


Sufnus

Re: Für jemand anderen...
« Antwort #1 am: Januar 12, 2021, 19:46:24 »
Juhu!!! :)
Freut mich sehr, dass Dein Schreibfluss sich wieder dem vielstimmigen Plätschern, Gluckern, Rauschen, Sickern, Quellen, Wogen, Gurgeln, Branden, Tosen und Strömen auf der Wiese hinzugesellt! :)
Ich mag Deine innigen, ganz unverstellten Zeilen - und sinne gerne dem Titel nach: Für jemand anderen.
Gelten die Zeilen dem anderen, dem besungenen Du oder wurden sie für ein anderes Ich geschrieben?
Hören wir hier also die Stimme eines liebenden Herzens, das zum geliebten Gegenüber spricht oder leihst Du, als "ghost writer", einer anderen Person die Feder? Oder spricht hier gar eine Art Cyrano, hilfreich einem Nebenbuhler Herz und Stimme schenkend, und so hinter der Idee der Liebe scheu im Verborgenen schreibend und leidend?
LG!
S.

Grüngold

Re: Für jemand anderen...
« Antwort #2 am: Januar 13, 2021, 09:15:25 »

Ich bin wie eine Feder in einem wilden Sturm.
Ich fühl mich ohne dich so einsam und verlorn.


Eine Frage dazu:

Wie kommt es zu dem Reim Sturm/verlorn?

LG von Grüngold
Ceterum censeo linguam Latinam non esse delendam.

Sufnus

Re: Für jemand anderen...
« Antwort #3 am: Januar 13, 2021, 09:58:39 »
Und aus gegebenem Anlass noch ein Nachtrag, liebe Ylva:

Lass Dich von Grüngolds maliziöser Frage nicht provozieren - seit er hier im Forum ist, dreht er sich monomanisch um seine eigenen Beiträge, inklusive sinnloser Zurufe zur aktuellen Klickzahl seiner Threads, darunter auch Uraltschoten, die er früher einmal unter anderem Namen hier verfasst hat. *Facepalm*
Zu anderen Foreninhalten hat er bisher (außer reinen Provokationsversuchen wie der unsinnigen Frage nach dem Ursprung (?) des Reimes von Sturm/verlorn) rein garnichts Konstruktives beigetragen. Ein typisches Trollverhalten also und die einzige Möglichkeit, den Spam-Anteil seiner Einwürfe möglichst gering zu halten, ist wohl leider, ihn weitgehend zu ignorieren.

LG!

S.

Grüngold

Re: Für jemand anderen...
« Antwort #4 am: Januar 13, 2021, 12:35:19 »

Ich bin wie eine Feder in einem wilden Sturm.
Ich fühl mich ohne dich so einsam und verlorn.


Eine Frage dazu:

Wie kommt es zu dem Reim Sturm/verlorn?

LG von Grüngold


*erinner* :)
« Letzte Änderung: Januar 13, 2021, 12:40:23 von Grüngold »
Ceterum censeo linguam Latinam non esse delendam.

AlteLyrikerin

Re: Für jemand anderen...
« Antwort #5 am: Januar 13, 2021, 12:51:26 »
Liebe Ylva,

auch ich freue mich wieder etwas von Dir lesen zu dürfen. Das lyrische Ich beklagt hier in eindringlichen Bildern seine Begrenztheit und Verlorenheit ohne seine Ergänzung durch ein liebendes Du. Das ist sehr berührend gemacht. Aber ich möchte nicht verschweigen, dass ich durch das siebenmalige "Ich" am Anfang jedes Verses etwas peinlich berührt war. Da der Textausschnitt auf meinem PC-Fenster nicht erlaubte, alle Zeilen im Überblick zu sehen, bemerkte ich erst etwas später, dass ein ebenfalls siebenfaches "Du" diese scheinbare Egozentrik wieder aufhebt. Dennoch liegen mir diese stupenden Wiederholungen etwas im poetischen Magen. Das mag aber vielleicht auch nur mir so gehen.

Eine mögliche Variante wäre (hier nur angedacht und nicht gut genug ausgearbeitet):

Ich bin wie eine Fremde in einer neuen Welt.
Flüchtig wie ein Blatt, das im Herbst zu Boden fällt.
Farblos wie ein Schatten, der jedem Licht entflieht.
...

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.