Autor Thema: In der Mall  (Gelesen 233 mal)

Erich Kykal

In der Mall
« am: August 18, 2025, 08:03:50 »
Es glitzert Licht im Dom der tausend Götter
gepriesenen Konsums, und die Altäre
der Kassen trotzen jedem grimmen Spötter,
damit ihr Klingelton die Leere nähre,

den Wohlstand, der die Langeweile polstert,
die er gebiert, wo wir uns nicht mehr wagen.
Wir tragen unsre Lebensglut geholstert
durch Oberflächlichkeiten, die uns tragen:

Den Überfluss an Gut, das wir nicht brauchen,
Verlockungen für Schwache und Verführte,
und wir vergessen hier, wonach zu tauchen
so wichtig wäre für das kaum Berührte

des wahren Seins, des echten Miteinanders,
das uns bewegte, mehr als Mein und Dein:
Der Herzen Währung, die so gänzlich anders
sich ausgibt, nur um reicher drum zu sein.
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: In der Mall
« Antwort #1 am: August 26, 2025, 15:21:49 »
Lieber Erich,

das Einkaufszentrum (Dom der Konsumgötter mit Kassenaltar) dient also der Auspolsterung von Langeweile mit Wohlstandsgütern, die eben diese Langeweile hervorrufen: ein Kreislauf sozusagen, der Menschen dazu führt, sich durch Besitz (mein und dein) voneinander abzugrenzen, statt nach dem wirklich Wertvollen, nämlich der Gemeinschaft, zu suchen (zum Sinn-Grund hinab zu tauchen).

Ich musste diese schöne Kapitalismus- und Konsumschelte zweimal lesen, um die Beziehungen aller Faktoren zueinander gleichzeitig vor dem inneren Auge zu haben. 

Daher zweimal sehr gern gelesen.

LG g

   



« Letzte Änderung: August 26, 2025, 15:23:39 von gummibaum »

Erich Kykal

Re: In der Mall
« Antwort #2 am: August 26, 2025, 17:19:44 »
Hi gum!

Vielen Dank. Ich möchte dazu festhalten, dass ich KEIN Kommunist bin. Ich beleuchte nur gewisse Mechanismen unseres Konsumverhaltens, bzw., welchen Stellenwert der konsum an sich für uns heutzutage hat, oft ohne dass wir uns dessen bewusst sind.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.