Autor Thema: In dunkler Zeit  (Gelesen 824 mal)

gummibaum

In dunkler Zeit
« am: Dezember 29, 2025, 23:05:21 »
In langer Nacht nur kurz der Tag.
Ein Durchblick in der Mauer.
Das dünne Licht, an dem ich nag,
erzeugt sublime Trauer.

Die kalte Wand beschlägt mit Zeit.
Ich hör sie langsam tropfen.
Mich fröstelt in dem Lumpenkleid.
Ich kann es nicht mehr stopfen.

Nur ganz in Innern schwelt noch Glut.
Ein unbesiegtes Hoffen.
Ich hauch es an. - Wie tut das gut!
Sieh da, die Nacht steht offen…

Erich Kykal

Re: In dunkler Zeit
« Antwort #1 am: Dezember 30, 2025, 08:26:07 »
Hi Gum!

Das sind ja ungewohnt traurige Töne von dir, lieber Gum. Ich hoffe, der Dichter ist mit dem LyrIch in diesem Falle nicht identisch. Dennoch sehr schöne Zeilen, die tief ins Herz fassen. Man möchte besagtes LyrIch umarmen und trösten. Vor allem das wunderbar poetische Bild von der mit Zeit beschagenden Wand, so als könnte diese dort tatsächlich kondensieren - das ist große Lyrik.

LG, eKy
« Letzte Änderung: Dezember 30, 2025, 08:27:41 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: In dunkler Zeit
« Antwort #2 am: Dezember 30, 2025, 14:39:21 »
Lieber Erich,
keine Sorge, es ist mir zur Zeit nur manchmal zu lange Nacht und am Tage zusätzlich trüb draußen. Aber heute scheint hier die Sonne.

Alles Liebe für dich.
g