Autor Thema: Trumps 'Friedensrat'  (Gelesen 82 mal)

Erich Kykal

Trumps 'Friedensrat'
« am: Januar 31, 2026, 12:30:00 »
Trumps 'Friedensrat' --------- 31.1.26

Der Friedensrat der Autokraten
berät nur eins: Sich selber bloß.
Entregelt sich zu kalten Taten
und nennt sie Sicherheit – und groß.

Der Friedensrat der Diktatoren
dient einem Zweck nur: Lobzuhudeln
dem blondesten der alten Toren
mit harten Herzen, schlaffen Nudeln.

Er ist der Hofstaat des Despoten
im Weißen Haus, die Untertassen
des Einen, dessen Wesenskoten
die Welt erpresst zu neuem Hassen.

Wenn alle sich vor Macht verbeugen,
das ist der neue Frieden dann.
Der Friedensrat darf bloß bezeugen,
dass diese Macht nur Trump sein kann.

Der Friedensrat der Unterlinge
hat keine Stimme, keinen Plan.
Als Knoten nur der Galgenschlinge
macht er die Welt zum Untertan.






Detail am Rande: Wie alle braven Fersenlecker der rechten Macht war die AfD-Weidel natürlich sofort bereit, nach der 'Machtergreifung' per Wahl diesem 'Friedenrat' als dienerndes Mitglied beizutreten ...
Kennt die Verlogenheit der Demagogen überhaupt noch Grenzen?
« Letzte Änderung: Januar 31, 2026, 17:30:23 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Trumps 'Friedensrat'
« Antwort #1 am: Februar 01, 2026, 00:10:10 »
Lieber Erich,
hier kann ich nur alles unterschreiben. Leider.

Herr Trump ist mir höchst unsympathisch, seine Selbstinszenierung ekelhaft, die Folgsamkeit seiner Unterstützer peinlich, die Beachtung, die er findet, absurd und gefährlich. Er arbeitet mit den Machenschaften gewinnsüchtiger Immobilienmakler, die andere verunsichern, unter Druck setzen und zu vorschneller und schädlicher Entscheidung treiben. Menschlichkeit und Achtung vor anderen kennt er kaum. Er vertraut aufs Militär, und im privaten wie öffentlichen, politischen Rahmen auf Macht und Einschüchterung.
Im Innern ist dieser Mensch schwach, und er würde sich, alleingelassen mit einem Raubtier, zu erkennen geben.

Der Friedensrat ist eine Initiative, die UN auszuhebeln, weil sie ihm im Wege ist. Und wozu er sonst noch dient, steht ja klar in deinem Gedicht.

Alice Weidel hat Respekt vor sowas. Sie ist ähnlich gestrickt. Die Behandlung der Zuwanderer in Deutschland unter der AFD wäre wohl die der ICE in den USA. Soziale Politik würde ohnehin auf ein Minimum reduziert.

Sehr gern gelesen.
LG g
« Letzte Änderung: Februar 01, 2026, 00:17:28 von gummibaum »

Erich Kykal

Re: Trumps 'Friedensrat'
« Antwort #2 am: Februar 01, 2026, 11:23:48 »
Hi Gum!

Was haben wir schon vor über fünfzehn Jahren in Versen vor dem weltweiten Rechtsruck gemahnt und gewarnt - vergeblich natürlich, was sonst. Ich auf jeden Fall, das weiß ich noch: Umtriebe der Neonazis, von der traditionell linksfeindlichen Politik der Konservativen immer geflissentlich 'übersehen', bis die Morde der NSU das verunmöglichten. Aber selbst danach hat man die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollen und weiter nur im Politsumpf gewurschtelt, um nur noch mehr Bürger endgültig zu verdrießen und den neuen Monstern in die Arme zu treiben.

Und irgendwie passierte das in fast ganz Europa, in Russland, China und den USA. Es war, als wäre die Weltpolitik irgendwie zu dem unausgesprochenen Konsens gelangt, dass die rechte Welle mit legalen Mitteln der Demokratie nicht aufzuhalten sei. So schafft sie sich letztlich selbst ab, indem sie eisern an den hohl gewordenen Prinzipien ihrer eigenen inneren Unbeweglichkeit festhält und letztlich daran erstickt. Erst nachdem der Wahnsinn der Autokraten sich wieder mal ausgeglüht und die Welt in Trümmer gelegt hat, wird man sich erneut schwören:
'Nie wieder Diktatur!'
- Bis die nächsten schlechten Zeiten kommen und die Jungen längst die traumatischen Erfahrungen der vorletzten Generation als gefühlsfernes und ungeliebtes Schulwissen abgetan haben, oder, verführt von verlogenen Demagogen, lieber Verschwörungstheorien anhängen oder bewusst gestreuten geschichtlichen Fake Facts mehr Glauben schenken wollen.

Die Demokratien haben es schändlich verpasst, die jüngeren Generationen für sich abzuholen, haben lieber, verfangen in der Klüngelei ihrer Kleingeistigkeit, nur dabei zugesehen, wie die Stimmen des neuen Wahns immer lauter wurden, und Begriffe, wie 'Heimattreue', 'völkische Reinheit' oder Juden- und Ausländerhetze praktisch schleichend wieder gesellschaftsfähig wurden. Man gewöhnt sich an die Dummheit des Grauens ...

Trumps Politik der Einschüchterung durch Macht und Gepolter, sowie des allumfassenden Misstrauens entzweit die letzten internationalen Bande, die sich der neuen Kleinstaaterei hätten entgegenstellen können.
Die Engstirnigen bestimmen wieder die Politik, sogar jetzt schon, indem sie dafür sorgen, dass sich arrivierte Parteien dazu hinreißen lassen, selbst so zu agieren, um am rechten Rand auf Stimmenfang zu gehen, und es kann nur schlimmer werden, wenn sie erst wirklich regieren!

Bei all der aufgeblasenen Missgunst und dem hassgesteuerten Gepolter ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis erneut die Waffen sprechen, und eines halte ich dann für ziemlich sicher: Diese rechten Vollidioten überall  mit ihrem rasenden Minderwertigkeitskomplex werden auch dabei nur immer weiter eskalieren können, wenn nötig bis zum Einsatz der Atombombe!
Die 'alte Welt' der wohlwollenden internationalen Beziehungen, der altruistischen Weltoffenheit im Sinne einer fortschrittsgläubigen Weltgemeinschaft, der Toleranz und des Konsenses liegt in den letzten Zügen, weil sie ihre politische wie moralische Glaubwürdigkeit leichthin verspielt hat: Zu weltoffen für die Kleinherzigen, zu korrupt für die Gebildeten, zu egoistisch für die Fordernden, zu verlogen für die Idealisten.

Seltsam, dass sie alle zu glauben scheinen, unter einer Diktatur würde es anders werden ... - oder gar besser! Wie dumm können Leute sein?

Die Menschheit, ob als Staaten, Kulturen oder Individuen, verhält sich wie Ratten im übervölkerten Gulli: Wenn die Ressourcen überall knapp werden, kommt zuerst verzweifelte Migration, ehe das große Fressen um die letzten Reste losgeht und jedes Tier nur noch für den eigenen Hunger kämpft, zuerst in Banden, am Ende als Einzelkämpfer, der nur noch um sich beißt. Die Ratten fressen sich gegenseitig oder verfilzen im eigenen Kot zu Rattenkönigen, ohne jede Eigeninitiative nur noch blind der Nähe und dem Trost der erzwungenen Gemeinschaft vertrauend.


LG, eKy
« Letzte Änderung: Februar 01, 2026, 11:32:41 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Trumps 'Friedensrat'
« Antwort #3 am: Februar 02, 2026, 22:50:58 »
Vielen Dank, lieber Erich,
für die ausführliche Darlegung deiner Beobachtungen und Gedanken zur politischen Entwicklung/Fehlentwicklung und zum Versagen der Demokratien.

Mit Interesse gelesen.
LG g
 

Erich Kykal

Re: Trumps 'Friedensrat'
« Antwort #4 am: Februar 03, 2026, 22:56:51 »
Hi Gum!

Erschütternd für jeden Hirnbenutzer ist, wie viele von diesen hirn- und herztoten rechtsextremistischen Vollidioten es immer noch gibt da draußen. Als hätten sie all die letzten Dekaden nach dem Krieg nur geduldig und stumm auf ihre Chance gewartet, ohne je einen Deut aus der Geschichte dazuzulernen - im Gegenteil: Sie haben ihre unschuldigen Kinder mit voller Absicht mit dem gleichen abartigen Gedankenrotz verseucht, der schon einen Hitler groß gemacht hat!

Was soll man zu so viel herzkleiner Verkommenheit sagen, die sich nicht einmal selbst zu erkennen vermag ...

Traurige Grüße, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.