Autor Thema: Mühlviertler Feber  (Gelesen 352 mal)

Erich Kykal

Mühlviertler Feber
« am: Februar 22, 2026, 13:07:14 »
Selbst schattenseitig will es endlich tauen,
der Hügelgrat wird langsam wieder braun,
und ist auch noch kein frühes Grün zu schauen
am langen Hange hinter meinem Zaun,
so liegt bereits ein Ahnen auf den Wiesen,
dass mir erzählt vom atmenden Versprechen
auf Wärme unter eisigen Verliesen,
daran sie wie in jedem Jahr zerbrechen.

Ja selbst das Gluckern tief im kalten Grunde
des Bächleins klingt bald freier und lebendig,
das Lied des Lebens dringt aus aller Munde
erhabener, befreiter, und beständig
wie eine Strophe, jedes Jahr gesungen
von tausend Mündern voller Seligkeiten,
von einem Wandel, neuerlich errungen,
vor meinem Augenlicht sich auszubreiten.
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Copper

Re: Mühlviertler Feber
« Antwort #1 am: Februar 22, 2026, 15:21:45 »
Hallo Erich,

dein Werk wie soll ich es  beschreiben?
Lesen, genießen, bewundern, beneiden.

Beneiden ist dem Reim geschuldet. Aber freuen würde ich mich schon , wenn ich auch nur ansatzweise so schreiben könnte.
Danke für diese lyrische Bereicherung,.

Gruß Copper

Noch ein Gedanke:
Schade dass in der heutigen Zeit nur das Beachtung findet, was laut, schrill, abnormal und einfach ist.
Aber Jene, die Deine Gedichte lesen wissen was Sie an Dir haben.
Die Zeiten ändern sich. Auch wenn wir das vielleicht nicht mehr erleben, ich bin davon überzeugt dass Deine Zeilen viele Zeitgeister überleben werden. Gutes bleibt oft lang versteckt, bis es einer mal entdeckt.

Erich Kykal

Re: Mühlviertler Feber
« Antwort #2 am: Februar 23, 2026, 15:45:47 »
Hi Cop!

Vielen Dank für diese vollmundigen Lobesworte - das ist ja fast schon eine Laudatio!  :)  Ich fühle mich geschmeichelt.

Was mein Schaffen angeht, bin ich weniger optimistisch. So viele gute Sachen gehen heute unbemerkt unter, einfach weil das nackte kreative Angebot in allen Sparten (ohne Bezugnahme auf das jeweilige Talent - oder dessen Mangel ...) dieser Tage so enorm ist, und, wie du erkannt hast, sich nur noch wenige Kenner um die deutsche Lyrik bemühen, und von denen viele dann meist um die zeitnahe moderne, reimlose Lyrik. Wie wir schreiben, das gilt heute zudem als überkommen, altbacken, historisierend bis kitschig oder gar uninspiriert, weil nicht um jeden Preis 'neu' im Stil.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Mühlviertler Feber
« Antwort #3 am: Februar 24, 2026, 18:09:15 »
Wunderschön, lieber Erich,
wie du die Ahnungen, die der Februar durch das Abtauen des Schnees und Auftauen des Bodens weckt, in Worte und sprechende Bilder fasst. Danke.

Mit Freude gelesen.
LG g


Erich Kykal

Re: Mühlviertler Feber
« Antwort #4 am: Februar 25, 2026, 19:28:58 »
Hi Gum!

Vielen Dank für das freundliche Lob. Ich fand's ja beinahe schon zu kitschig, erinnernd an die geschwollenen Naturtiraden der Roantiker des 19.Jhts, aber offenbar irrte ich da. G'schamster Diener!

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.