Autor Thema: Wolf in Einkaufspassage  (Gelesen 75 mal)

gummibaum

Wolf in Einkaufspassage
« am: April 01, 2026, 01:01:42 »
Was ließ mich nur den Wald verlassen,
wo Stämme ruhig um mich stehen?
Dies muss die Stadt sein, deren Massen
aus Menschen mich im Kreise drehen.

Ich fliehe kopflos und verirre
in einen Wald mich ohne Gräser.
Hier rollen Wege fort, und wirre
Gestirne funkeln durch die Gläser.

Wo Moos war, wilde Farbenrudel,
die schmerzhaft in die Augen beißen,
statt Schafen, Worte und Gedudel,
die mein Gehör in Stücke reißen.

Und überall die Menschenbeine.
Ich will nur raus, ich renn vor Scheiben.
Da naht sich jemand mir alleine.
Was sagt die Frau? Ich müsse bleiben?

Ich beiße sie und komm ins Freie,
bin schon am breiten Fluss und springe
ins Wasser. - Ach, mir folgen Schreie, 
und zugezogen wird die Schlinge… 

(angelehnt an den Vorfall in Hamburg am 30.03.26)
« Letzte Änderung: April 01, 2026, 14:02:25 von gummibaum »

Erich Kykal

Re: Wolf in Einkaufspassage
« Antwort #1 am: April 01, 2026, 17:23:32 »
Hi Gum!

Armes Wölfchen! Was muss es aber auch beißen!  ::) Na, zumindest kommt es jetzt in ein Wildgehege oder so. Angesichts der Überlebensmühen in der kümmerlichen 'Restwildnis', die ihm der Mensch übrig gelassen hat und die diesen Namen keineswegs verdient, ist es vielleicht auch besser so für Wolfi.

Übrigens ... sehen Hunde nicht nur in Schwarzweiß? Trifft das dann auch auf Wölfe zu? So gesehen wären ihm irgendwelche 'Farbenrudel' relativ egal. Was ihn mehr gestört haben dürfte, waren wohl Lärm, Gestank von Fahreugen, der Feindgeruch der Menschen und die beängstigende Unbekanntheit der Umgebung und Gerüche.

Gern gelesen!

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Wolf in Einkaufspassage
« Antwort #2 am: April 02, 2026, 05:22:31 »
Lieber Erich,

vielen Dank. Ich habe nachgeschaut: Wölfe haben ein eingeschränktes Farbsehvermögen, sie sehen aber einige Farben.

LG g

Copper

Re: Wolf in Einkaufspassage
« Antwort #3 am: April 02, 2026, 13:06:04 »
Hi Gummibaum,

das ist besser als so mancher Bericht in den Zeitungen oder von anderen Medien.
Ein Erlebnisbericht vom Betroffenen. Mal das Ganze von der Seite des Wolfes her betrachtet.

Vielleicht noch ein Erlebnisbericht von der Frau, die gebissen wurde ?

Schön, einfühlsam und spannend geschrieben.

Viele Grüße, Copper.

Erich Kykal

Re: Wolf in Einkaufspassage
« Antwort #4 am: April 02, 2026, 15:13:25 »
Hi Gum!

Dann ist das bei Hunden ähnlich wie bei Katzen, schießlich haben Felidae und Canidae gemeinsame Vorfahren (zusammen mit den Ursidae, den Bären). Katzen sehen keine Rottöne, aber Grün und Blau durchaus, so der Stand der Forschung. Man sagt, ihre Evolution habe zugunsten ihrer ausgezeichneten Nachtsicht sozusagen auf das Rot verzichtet - das ist die erste Farbe, die bei mangelndem Licht schwindet, weil sie am kurzwelligsten ist.

LG, eKy
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Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Copper

Re: Wolf in Einkaufspassage
« Antwort #5 am: April 02, 2026, 15:41:46 »
Hallo Erich,

und wer weiß schon was es noch für Farben gibt, die wir nicht sehen, da die Evolution diese Farben für uns als unwichtig eingestuft hat.
Wer weiß schon was wir noch alles nicht sehen und mit unseren Sinnen nicht wahrnehmen können, weil die Evolution sich dachte, das brauchen die Menschen nicht zum Überleben.

Also alles Außersinnliche, das unsere Sinnesorgane einfach ignorieren müssen, oder dürfen.

Wie sieht die Welt wirklich aus ?

Gruß Copper

gummibaum

Re: Wolf in Einkaufspassage
« Antwort #6 am: April 02, 2026, 19:16:11 »
Lieber Copper,

du wirfst eine sehr interessante Frage auf, die mich auch immer beschäftigt. Danke!

LG g

Erich Kykal

Re: Wolf in Einkaufspassage
« Antwort #7 am: April 02, 2026, 22:52:28 »
Hi Cop!

Wir sehen weder Infrarot noch Ultraviolett. Für Beides haben wir heutzutage aber Kameras, die die Bilder für uns wahrnehbar interpretieren.
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
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