Autor Thema: Melania T.  (Gelesen 95 mal)

Erich Kykal

Melania T.
« am: Mai 09, 2026, 10:51:55 »
Dreierlei die Art von Frauen,
die ein 'starker Mann' benutzt:
Eine schüttelt sich vor Grauen,
fühlt sich unrettbar beschmutzt,

fügt sich aber seinem Drängen
aus Erpressung oder Angst:
'Aus gewissen äußren Zwängen
tue ich, was du verlangst.'

Eine andre fügt sich lüstern
der Parade seines Schwerts
mit vor Geilheit weiten Nüstern
mangels jedes Eigenwerts.

Ihr erniedrigendes Dienen
trägt sie einzig himmelwärts:
'Züchtige mit deinen Mienen
mich, Gebieter ohne Herz!'

Eine dritte lebt Fassade
streng nach außen, so wie er:
'Bin mir nicht für dich zu schade,
denn ich liebe Reichtum sehr.'

'Nutze alle schwachen Fotzen,
wie du magst. Mir ist's egal,
ob sie vor Verachtung kotzen,
aber tun, was man befahl.'

'Ob sie sich vor Geilheit winden
im ersehnten Übergriff,
weil ihr Vater, sie zu binden,
auf den Wert von Weibern pfiff.'

'Dräng nur brünstig dein Begehren
ihnen auf, so hab ich Ruh,
muss mich deiner nicht erwehren
und genieße, was ich tu.'

'Aber vor den Mikrophonen
ehre mich, als wär ich rein:
Es muss sich für beide lohnen,
Schild des anderen zu sein.'

Dreierlei die Art von Frauen,
die ein schwacher Mann benutzt,
um sein welkes Selbstvertrauen
aufzurichten, bis es trutzt.
« Letzte Änderung: Mai 13, 2026, 17:51:31 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Melania T.
« Antwort #1 am: Mai 13, 2026, 00:28:19 »
Lieber Erich,
eine interessante Ansprache der First Lady an ihren Gatten, die zeigt, dass er ihr egal und sie froh ist, wenn sie unbehelligt von ihm die eigenen Interessen verfolgen kann. Öffentlich schützen sich beide gegenseitig.
Die letzte Strophe deutet wohl ganz allgemein eine Identität von schwachem und starkem Mann an. Verzichtest du in der vierten Strophe absichtlich auf einen Reim?

Sehr gern gelesen.
LG g

Erich Kykal

Re: Melania T.
« Antwort #2 am: Mai 13, 2026, 17:49:50 »
Hi Gum!

S4 - Dieser Lapsus ist mir gar nicht aufgefallen, wohl weil ich dies recht zügig herunterschrieb. Große Lyrik ist es ja nicht gerade, eher ein eiliges Dampfablassen über die Verlogenheit von gesellschaftskonformen Politikerfassaden, weil Schein in dieser Welt eben wichtiger ist als Wahrheit oder Ehrlichkeit.
Das echt Perverse sind allerdings die Bürger: Alle wissen es im Grunde, aber alle schweigen, solange die Form gewahrt bleibt. Partriotische Gruppendynamik.

Trump ist ein Schwächling, der den Starken spielen muss, um sich Selbstwertgefühl zu verleihen. Die nach außen gelebte Unterordnung seines Weibchens gehört dazu - und Melania weiß, was sie ihrem Status- und Geldgeber schuldig ist. So benutzt der schmierige Donald alle drei Arten von Frauen - und alle fügen sich letztendlich, aus Angst, aus Geilheit, aus kühlem Kalkül. Wer von ihnen allen ist letztendlich verdammenswerter?

LG, eKy
« Letzte Änderung: Mai 13, 2026, 17:54:35 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.