Autor Thema: Die letzte Feier  (Gelesen 376 mal)

Erich Kykal

Die letzte Feier
« am: Juli 11, 2026, 11:19:52 »
Morgen geht die Welt in Trümmer!
Heißa: Heute leben wir!
Was auch immer lastet, kümmer
dich nicht weiter drum. Sieh hier,
wie sich noch die Becher füllen!
Trink mit uns auf diesen Tag!
Was sich morgen mag enthüllen -
lass es liegen, wo es lag.

Niemand kann es noch verhindern:
Morgen fallen wir ins Nichts.
Keiner kann das Grauen lindern,
doch wir feiern angesichts
dieses Übels, selbst verschuldet,
und wir denken nicht daran.
Heute wird kein Weh geduldet:
Heb dein Glas und stoße an!
« Letzte Änderung: Juli 20, 2026, 21:04:08 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Die letzte Feier
« Antwort #1 am: Juli 20, 2026, 02:37:55 »
Lieber Erich,

du beschreibst den Eskapismus unserer Zeit sehr gut. Er kehrt in saturierten Gesellschaften immer wieder, wenn ihr Untergang droht und sorgt dafür, dass er zwingend eintritt. Sollte es in Vers 4 nicht "Sieh" heißen?

Besorgt gelesen.
LG g



     
« Letzte Änderung: Juli 20, 2026, 03:08:51 von gummibaum »

Erich Kykal

Re: Die letzte Feier
« Antwort #2 am: Juli 20, 2026, 21:09:12 »
Hi Gum!

Danke für den Tippfehler! Seit meine Augen nachlassen, ebenso wie die Feinmotorik meiner Finger, passiert mir sowas immer öfter.  ::)

Eskapismus - genau! Schlimm, wenn sich das bis in höchste Regierungskreise zieht - oder sind die politischen Granden unseres Systems schon so eingeengt von Überregulativen, Lobbyisten und Parteiräson, dass sie schon seit langem gar nicht mehr wirklich konstruktiv handlungsfähug sind? Wo das Korsett zu eng wird, atmet keine Möglichkeit mehr.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.