So vielerlei hatten wir weiland zu sagen
zum Scheitern der Menschheit im Wandel der Zeit,
und wollten doch alles nur weiter vertagen,
die Fehler, den Irrsinn, das brennende Leid.
So sicher geborgen im Schoß des Erreichten
entging uns der Zorn der Enterbten zu lang,
wir suhlten entrückt uns im dümpelnden Seichten,
zu wenig um all das Verrottende bang,
die mahnenden Zeichen der endenden Ära,
die Wandmenetekel der eiternden Schuld.
Nun endet die Sicherheit, wird ungefährer,
und was uns umnachtet, verliert die Geduld.
Erwachet, ihr Völker des schwindenden Westens!
Zu lang galt als Recht, was verdient werden wollte!
Erhebt aus der Lähmung des eitlen Gebrestens
den ehrlichen Mut, der gelebt werden sollte:
Verdient euch den Wandel, der Schlimmes verhindert,
erbaut eine Zukunft in Vielfalt und Halt
für wankende Geister: Ihr Sehnen, gelindert,
erreife zu wacher und edler Gestalt.
Entsagt einem Zorne, der Mut macht zur Schande,
entsagt der Gewalt, die verbiegt, was nicht bricht,
und steht nicht nur hilflos am glühenden Rande
des Untergangs! Sehet: Das kommende Licht!
Erschafft eine Zeit ohne Hass oder Rasse,
enthebt euch dem Niedern, das gärt ohne Acht.
Seid mehr als die wütende völkische Masse,
verführt und verzerrt auf dem Weg in die Nacht.
Was wird in Jahrhunderten von uns berichtet?
Erhoben wir uns aus den Schatten der Macht?
Verblieb kluger Wandel nur sehnlich erdichtet?
Ein Opfer war nötig – doch ward es gebracht?