Heut hat der Herbst mich angestiftet,
von meinen Farben zu erzählen,
als Blatt das Thema selbst zu wählen,
zu dem sonst gern der Dichter driftet.
Sie sind im Frühling schon entstanden,
jedoch in meiner jungen Hülle,
von Chlorophyll in solcher Fülle
wie übermalt und nicht vorhanden.
Doch Gelb und Rot, sie unterstützen
das Grün, auch schwaches Licht zu binden,
und ist zu viel da, Schutz zu finden,
so können sie ihm doppelt nützen.
Danach ist eins noch zu begrüßen,
dass ich mit meiner Unterseite,
den Baumes Atemluft geleite,
und Wasser hilft, sie zu versüßen.
Doch dass ich Dampf als Atem spende
wird bald im Herbst dem Baum gefährlich,
wenn es durch Kühle nur noch spärlich
hinaufdringt durch die Wurzelhände.
Verdurstet müsste er bald sterben
und zieht es vor, mich aufzugeben,
nimmt erst dem Chlorophyll das Leben,
um dessen Stoffe noch zu erben.
Nun tritt verspielt und ungeheuer,
das Gelb der Carotinoide,
das Xanthophyll als Glut der Schmiede
hervor und nährt mein Todesfeuer.
Zuletzt verkorkt der Baum mir alle
Gefäße, die mir Wasser gaben.
Vertrocknet dürft ihr mich nun haben. -
Schaut auf, ihr Dichter, wie ich falle …