Autor Thema: Gedenken und Henken  (Gelesen 2421 mal)

Erich Kykal

Gedenken und Henken
« am: Oktober 13, 2020, 18:47:39 »
Lasst der Toten uns gedenken,
die aus beiden großen Kriegen
lange schon in Frieden liegen,
um ihn aller Welt zu schenken.

Aller Seiten Zinnsoldaten
ließen sich in Treu und Glauben
Freiheit, Zukunft, Leben rauben
und begingen schlimme Taten

auf Befehl und angstgetrieben,
haben tapfer mitgestritten,
haben lautlos mitgelitten
und sind doch im Feld geblieben.

Kriege machen nichts gerechter,
schon verdammt, wer sie beginnt,
und das Blut, das darin rinnt,
macht nur Trauernde und Schlächter.

Lasst der Toten uns gedenken,
mögen sie die letzten bleiben,
die begeistert sich entleiben -
lasst uns neue Führer henken!
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

a.c.larin

Re: Gedenken und Henken
« Antwort #1 am: Oktober 13, 2020, 19:27:46 »
hallo erich,

das unterschreibe ich sofort!
sogenannte "führer", die andere in den ruin treiben, gibt es leider viel zu viele.

die frage, die sich mir dazu stellt, ist:
was tut man, wenn man von den armee eines solche agresssors überfallen wird?
kampflos sich in sein schicksal ergeben wie ein buddhistischer mönch?
oder doch widerstand leisten und die eigenen grenzen verteidigen? notfalls eben auch mit gewalt?

die kriegstreiber punktgenau auszuschalten, wäre schwer notwendig - aber wer soll/kann/darf das tun?

tolles gedicht, elendes thema!
larin

Erich Kykal

Re: Gedenken und Henken
« Antwort #2 am: Oktober 13, 2020, 19:44:56 »
Hi larin!

Ich schrieb ja: "Kriege - schon verdammt, wer sie beginnt!"

Kriege, die einem aufgezwungen werden, sind immer ein Dilemma. Wehrt man sich, auch wenn man weiß, dass man nicht gewinnen kann? Nur, damit hinterher Politiker auf der Weltbühne sagen können, man hätte sich nicht kampflos ergeben?
Aber wenn der Angreifer ein grausamer Unterdrücker ist, wäre dann die freiwillige Unterwerfung nicht noch schlimmer?

Ich sage: Wehren darf man sich, man muss es vielleicht in manchen Fällen. Ansonsten ist Nationalismus mir kein einziges Menschenleben wert - nicht mal das der Idioten, die immer gleich begeistert "für's Vaterland" zu den Waffen greifen!

Vielen Dank für deine Gedanken!  :)

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Sufnus

Re: Gedenken und Henken
« Antwort #3 am: Oktober 16, 2020, 11:10:59 »
Ein wichtiges, schönes und zu Herzen gehendes Plädoyer, lieber eKy! :)
Und... nichts zu meckern... :)
LG!
S.

Erich Kykal

Re: Gedenken und Henken
« Antwort #4 am: Oktober 16, 2020, 15:33:01 »
Hi Suf!

Vielen Dank für die verbale Akklamation!  ;)

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.