Hi, Jana!
Schöne getragene lyrische Sprache. Ein paar Schwächen:
Du umschließt mit sanften Schwaden
Dass mit dem einleitenden "Du" die Nacht gemeint ist, erschließt sich nicht sofort, das der Titel ja spezifisch von (Nacht)GEDANKEN spricht. Alternative: "Nacht, du hüllst in sanfte Schwaden"schattengleich den müden Tag.
Fängst dann am, zum Tanz zu laden,
Tippfehler "am --> an" Sprachlich runder und schöner: (Punkt weg in Vorzeile) "und beginnst, zum Tanz zu laden,"weckst mich leise, die ich lag.
Meishere's Vorschlag ist auch gut, aber hier gefallen mir die Gleichlaute sehr gut: "leise/lag". Auch finde ich deine Version in ihrer schlichten Klarheit fast schöner als die vielleicht sprachlich gediegenere Variante. Ich würd's so lassen!Schickst die Worte schleichendlangsam
"Langsam/nahm" ist ein unreiner Reim, da einmal kurzes "a" und einmal langes. Zudem einmal unbetonte Endsilbe und einmal betont. "Schleichend" und "langsam auseinander. Altern.: "Schickst die Worte wundersam"durch Gedanken auf Papier.
Hoffnung, die der Tag mir nahm,
schenkst du leise tröstend mir.
Und so schreib ich, und so schickst du,
Wieder indifferent dank langem und kurzem "u" und wechselnder Betonung. Altern.: "Und so sind wir, Stille du,"und so werden wir dann eins.
"nahe uns und manchmal eins."Deckst mit Dunkelheit mich zu.
Dies' Gedicht ist somit deins.
Apostroph überflüssig bei simplen Verkürzungen.Neu gefasste Version:
Nacht, du hüllst in sanfte Schwaden
schattengleich den müden Tag
und beginnst, zum Tanz zu laden,
weckst mich leise, die ich lag.
Schickst die Worte wundersam
durch Gedanken auf Papier.
Hoffnung, die der Tag mir nahm,
schenkst du leise tröstend mir.
Und so sind wir, Stille du,
uns so nah und manchmal eins.
Deckst mit Dunkelheit mich zu.
Dies Gedicht ist somit deins.
Ein sehr schönes Gedicht, hochlyrisch und wohlakzentuiert in der Sprachfindung.
Fürs nächste Mal zur Beachtung: Das ganze Gedicht hat betonte Auftakte (jede Zeile beginnt mit einer betonten Silbe) und - fast - nur männliche Kadenzen (die Zeilen enden auf einer betonten Silbe). Ausnahme sind nur Z1 und 3 in Str. 1. Hier wäre es rhythmisch besser, wenn dieser Wechsel sich entweder in jeder Str. wiederholte - oder wenn die beiden erwähnten Zeilen ebenfalls betont endeten. Es ist kein schlimmer Lapsus, aber es fällt dem geschulten Ohr natürlich sofort auf.
Nimm von meinen Vorschlägen, was dir brauchbar erscheint (hoffentlich alles!

).
Sehr gern gelesen und bearbeitet!
LG, eKy