Hi, Gum!
So schön der Text sprachlich sein mag, metrisch gibt es hier einige Unstimmigkeiten:
Nachts fiel der Regen. Schwer erhebt Betonter Beginn, 4 Heber
der Morgen sich aus den Nebelschleiern. Ab hier vorne unbetont, eigentlich 4 Heber (das "den" ist völlig überflüssig)
Noch träumt das Land. Doch haftend klebt 4 Heber.
die Feuchtigkeit an allem bleiern. 4 Heber. Das nachgestellte "bleiern" wirkt angeklebt. Alternative: "das Nass (der Tau) an allem, träg und bleiern."
Und Kühle ist gekommen, hält sich fest. 5 Heber! Einer zuviel! Alternative: "Die Kühle kam und hält sich fest."
Die Vögel schreien bang aus Sommerzweigen, 5 Heber! Alternative: Es zwitschert bang aus Sommerzweigen,"
weil sich die Neige fühlen lässt - Indifferente Betonungssituation am Beginn durch unklare Formulierung: Beide Varianten möglich: "weil" oder "sich" betont! 4 Heber.
Die Träume werden bald schon schweigen. Stilistische Alternative: "Die Träume werden balde schweigen."4 Heber.
Folgende Alternative für S2 wäre auch denkbar:
Die Kühle kam und hält sich fest.
Ein Schweigen ruht in Sommerzweigen,
wo sich die Neige fühlen lässt -
bald werden auch die Träume schweigen.
Die letzte Zeile beginnt zwar betont, aber da dies die Conclusio ist, zudem nach einem Bindestrich, erscheint mir das in diesem Fall sogar als die Dynamik steigernd. Außerdem wäre es eine passende Symmetrie zum betonten Einstieg.
Sehr gern gelesen!
LG, eKy