Hi, Gum!
Obwohl die Aussage der 2. Str. wohl eher auf einem schlechten Gewissen beruht denn auf nachvollziehbaren Tatsachen, berühren deine Zeilen.
Sie zeigen - so zumindest entsteht leicht der Eindruck - so aber irgendwie auch das scheinbar egozentrische Weltbild eines LyrIch, das glaubt, die Welt würde sich allein um es drehen und müsse allein an ihm genesen.

Das LyrIch kann nicht wissen (man kam sich ja nie nahe), wie die angesprochene Person ihr Leben gelebt hat, ob sie ihm je zugetan war/gewesen wäre und woran sie letztlich starb. Zu behaupten, ja zu unterstellen, es hätte allein daran gelegen, dass sie keine Liebesbeziehung zu besagtem LyrIch gehabt hätte, klingt leicht nach Hybris...

Man muss wirklich überlegen und diese letzte Zeile als Ausdruck des Bedauern über ein zu geringes Bemühen für eine Beziehung deuten, die an dem LyrIch nagt. Es sei denn, es wüsste etwas über das Leben der Verstorbenen. Da dies im Text allergings keinerlei Erwähnung findet, liegt diese Deutung fern.
Sehr schön gesdichtet auf alle Fälle!
LG, eKy