Autor Thema: Politische Versprechen  (Gelesen 1639 mal)

Curd Belesos

Politische Versprechen
« am: September 02, 2014, 13:31:08 »
Der Leib zerfetzt und ohne Glieder,
Vom Blut getränkt die Erde rot,
Zuhause singt man Heldenlieder,
Doch der Soldat ist lange tot.

Das Gas im ersten Weltkrieg lehrte,
Dass auch das eigne Heer krepiert,
Weil sich der Wind nicht darum scherte
Und seine Richtung variiert.

Das alles war vor hundert Jahren,
Zweimal verloren, keinen Sieg,
Wir wollten doch den Frieden wahren,
Und helfen andern jetzt beim Krieg ?

© Curd Belesos

Erinnerung an die Kriegserklärung vom 1. August 1914
« Letzte Änderung: September 03, 2014, 00:32:06 von Curd Belesos »
Nur wenn du frei bist " IF " ....dann bist du ein Mensch

cyparis

Re:Politische Versprechen
« Antwort #1 am: September 02, 2014, 18:43:03 »
Liber Curd,


sehr bitter und wahr!
Unser jetziges (eigentlich noch gültiges Grundgesetz) schrieb vor:
Ein deutsches Heer darf ausschließlich der Sicherung der bundesdeutschen Grenzen im Fall eines Angriffs dienen.

Jetzt dürfen unsre Soldaten nicht nur am Hindukusch unsere "Freiheit" verteidigen - sie sollen sogar lt. v.d.Leyen und Gauck bewaffnet in Ländern agieren, in denen Terror herrscht, den die Bundeswehr weder so oder so beenden kann.

Ich persönlich würde ganz andre Grenzen zu schützen versuchen:
Vor unseren Toren.
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
copyright auf alle Texte

Erich Kykal

Re:Politische Versprechen
« Antwort #2 am: September 02, 2014, 21:43:16 »
Hi, Curd!

In S1Z4 fände ich "Doch der Soldat ist lange tot." schöner.

Zur Aussage: Die Frage der Conclusio ist berechtigt. Allerdings erinnern die zu bekämpfenden Glaubensfanatiker in ihren Denk- und Handlungsweisen so frappant an eiferglühende Herrenmenschen und ihren unbedingten Willen, alles "unwerte Leben" auszurotten, dass ich persönlich es für eine sehr notwendige Sache halte, jene zu unterstützen, die sich - wenn auch gezwungenermaßen - diesen Wahnsinnigen entgegenstellen! Natürlich wird es auch von deren Seite im Falle einer erfolgreichen Offensive zu Grausamkeiten und gnadenloser Rache kommen. Auch die Amerikaner haben sich beim Marsch durch Deutschland bisweilen sehr gehen lassen, von den Russen, die Unsägliches unter der Naziherrschaft erlitten hatten, ganz zu schweigen!
Natürlich machen wir uns die Finger schmutzig. Aber mal ehrlich:
Wenn wir schon so vollmundig von einer verantwortungsvollen Weltgemeinschaft tönen, dürfen wir uns auch in solchen haarigen Fällen nicht mit überbordendem Pazifismus oder kaltem logischem Kalkül aus der Verantwortung stehlen. Kennst du "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch?
Fakt ist nun mal, dass du ideologisch-religiös Verblendeten, die sich im Namen ihrer Sache längst zu weit an der Menschlichkeit verschuldet haben, als dass sie jemals noch zurück könnten, äußerlich wie innerlich, nicht mit Vernunft und Freundlichkeit beikommst. Sowas in der Art dachte wohl dereinst ein Chamberlain auch - wir kennen das Ergebnis dieser "Beschwichtigungspolitik": Diese Weltenzündler legen das nur als Schwäche aus!
Nein, so ein Steinzeitregime ohne jedes Mitleid, pharisäerhaft mittelalterlich, menschenverachtend, zutiefst intolerant und bewusst grausam muss verschwinden: Ein schwärendes Geschwür, das aus dem Fleisch der Menschheit geschnitten werden muss! (Wie gesund dieses Fleisch sonst ist, darüber kann man diskutieren. Meines Erachtens gibt es da noch manch andere böse Entzündung...)
Ob IS-Kalifat, Boko Haram, Alqaida, Neonazis, Ku Klux Klan, Nordkorea, usw...usf... - Solche Schandflecke der Menschheit gehören kuriert, auch wenn die Medizin bitter ist und manchmal fast schlimmer als die Krankheit!

Das ist meine ehrliche Ansicht. Zeig mir einen Gotteskrieger, der wissentlich Kinder als "Ungläubige" getötet hat in seinem Wahn, Frauen gesteinigt oder an Massenmorden beteiligt war, und ich werde nicht zögern, abzudrücken, wenn man mir eine Waffe gibt. Manche mögen mich darob mit jener Kreatur auf eine Stufe stellen, aber das ficht mich nicht an. Ich weiß, was nötig ist, damit die Wehrlosen dieser Erde in Sicherheit leben können! Keine Toleranz den Intoleranten!
Oder wäre es dir egal, wenn sie alle "Ungläubigen" dort unten ermorden, Männer wie Knaben, ihre Frauen und Töchter (wie auch die eigenen) verstümmeln, indem sie ihnen die Klitoris ohne Betäubung absäbeln, und ihr eigenes "Volk" wie alle Völker rundum jahrzehntelang terrorisieren? Die werden nicht aufhören - sie wollen nach eigener Aussage die ganze Welt erobern und alles ausbrennen, was das Auge ihrer gnadenlosen Gottheit beleidigt (Interessant, dass Götter immer genauso "zornig" sind wie jene, die sie anbeten...was lehrt uns das?).
Unsägliches Leid, so oder so. Aber könnten wir mit dieser Eiterbeule leben? Im Bewusstsein all dessen, was dort geschieht, auch noch mit den Tätern verhandeln, wohlwissend, dass sie für uns nur Verachtung und glühenden Hass übrig haben und immer weiter provozieren werden wie ein unreifes Kind, das auslotet, wie weit es gehen kann?

Die Frage in deiner Conclusio ist berechtigt - man MUSS sie in so einer Sache gestellt haben. Aber die letztlich einzig richtige Antwort muss lauten: JA, wir helfen - mit allem, was nötig ist, um diesem Wahnsinn nachhaltig Einhalt zu gebieten. Wie es mit Nazideutschland geschehen musste, ganz einfach, weil das in so einem Fall eben nicht anders geht! Soviel sollte die leidvolle Geschichte uns gelehrt haben.


LG, eKy
« Letzte Änderung: September 03, 2014, 09:18:47 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Curd Belesos

Re:Politische Versprechen
« Antwort #3 am: September 03, 2014, 00:45:13 »
moin moin Erich,

deinen Ausführungen will ich nicht widersprechen, denn du hast recht.

Solche Schandflecke der Menschheit gehören kuriert, auch wenn die Medizin bitter ist und manchmal fast schlimmer als die Krankheit!

LG
CB

PS:
Gerade habe ich einen Artikel über die Eltern eines in der Ukraine verstümmelten sowjetischen Soldaten gelesen, für die nur eines wichtig ist, dass ihr Sohn den Befehlen folgte und gehorchte. Sie sind stolz auf ihn.

ZITAT:
Handelsblatt – Fr., 5. Sep 2014 10:53 MESZ
Der schwer verletzte Fallschirmjäger Nikolai Koslow kann sich indes des Stolzes seiner Eltern noch immer sicher sein. 'Er hat einen Eid geschworen und die Befehle ehrenwert ausgeführt', sagte Wsewolod Koslow im russischen Radio.

« Letzte Änderung: September 07, 2014, 12:26:43 von Curd Belesos »
Nur wenn du frei bist " IF " ....dann bist du ein Mensch