Autor Thema: Die Sanduhr  (Gelesen 3018 mal)

gummibaum

Die Sanduhr
« am: April 05, 2016, 19:04:27 »
Sehe ich, wie in der Schale
langsam aller Vorrat schwindet,
sich der Sand mit feinem Strahle
durch des Glases Enge windet,

fühl ich, wie ich rieselnd gleite
durch der Augenblicke Hände
zu des Lebens dunkler Seite -
mehrend immerfort mein Ende.

Erich Kykal

Re: Die Sanduhr
« Antwort #1 am: April 05, 2016, 20:33:05 »
Hi, Gum!

Ja - immerwährende Entropie bis zum Fadenschnitt der Atropos! ;) ::) - Und keiner dreht die Sanduhr um ...

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Die Sanduhr
« Antwort #2 am: April 05, 2016, 21:18:13 »
Definitiv nicht, lieber Erich. Wer will es schon mit Atropos verderben?

LG gummibaum

Copper

Re: Die Sanduhr
« Antwort #3 am: April 05, 2016, 21:35:08 »
Hallo Gimmibaum,

Das gefällt mir. Wie fast alle aus Deiner Feder. Ein Gedicht, das den Leser sofort in eine angenehme Melancholie entführt.
Bei der letzten Zeile habe ich mir so überlegt, ob man das Ende mehren kann. Mein Vorschlag, falls er dir gefällt: Letzte Zeile : - schwindet Leben hin zum Ende.

Natürlich ist Dein Gedicht perfekt. Vielleicht kann man das Ende , auch das persönliche Ende , ja doch mehren.
Weiß nicht so recht.
Klasse!!!  Lg. Copper


cyparis

Re: Die Sanduhr
« Antwort #4 am: April 05, 2016, 21:59:20 »
Lieber gummibaum,


ich freue mich sehr, daß Du die Sanduhr auf die Wiese gebracht hast.
Wieder ist es Dir gelungen, in zwei Strophen so viel Schönheit und Erkenntnis zu füllen, daß nur ein beglücktes Staunen bleibt.

Herzlichen Gruß
von
Cyparis
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
copyright auf alle Texte

gummibaum

Re: Die Sanduhr
« Antwort #5 am: April 05, 2016, 22:07:59 »
Hallo Copper,

du hast vielleicht  Recht, aber "schwindet" steht weiter oben schon.

Ich hatte die Sanduhr vor Augen. Während die restliche Lebenszeit (oben) abnimmt, wächst (unten) die schon verstrichene, was das Ende quasi begünstigt (daher das" mehrend"). Vielleicht geht "nährend"?


Hallo Cyparis,

danke. War ja sponan auf Astras Gedicht hin geschrieben.

LG gummibaum
« Letzte Änderung: April 05, 2016, 22:13:09 von gummibaum »

cyparis

Re: Die Sanduhr
« Antwort #6 am: April 05, 2016, 23:08:40 »
mehrend finde ich passender.

LG
C.
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
copyright auf alle Texte

Copper

Re: Die Sanduhr
« Antwort #7 am: April 06, 2016, 10:16:48 »
Hallo Gummibaum,

das mit dem schwindet am Anfang habe ich übersehen.

Agneta

  • Gast
Re: Die Sanduhr
« Antwort #8 am: April 07, 2016, 10:49:31 »
sehr poetisch und metaphorisch die Vergänglichkeit beschrieben, liebe Gum. ja, wie Sand rieselt uns die Zeit davon und wir sind ein Teil von ihr.
Dehr gerne gelesen mit lG von Agneta