Hi Cypi!
Dies entstand quasi als Schnellschuss im anderen Forum, wo ich aktiv bin, weil dort jemand die Frage aufwarf, ob ein daktylisches Sonett überhaupt möglich sei. Ich trat binnen Minuten den Beweis an!

(Selbst Schulterklopf!

)
These (1. Quartett): Beschreibung der Schönheit des Reinen, versinnbildlicht durch die Sterne in der Weite des Alls.
Antithese (2. Quartett): Wirft die Frage auf, ob dieses Reine in der Ferne dem Menschen nicht genug sein könnte für ein erfülltes Leben.
Synthese (Terzette): Bestätigt die Unreife und Unüberlegtheit der menschlichen Natur, der alles auskosten muss, ohne sich über etwaige Folgen Gedanken zu machen, wodurch viele an ihrem Leben, ihren Taten letztlich zerbrechen.
Das Werk ist natürlich kein allumfassender Schlüssel zur menschlichen Natur, soll auch kein Vorwurf oder eine sendungsbewusste Vision sein. Es ist einfach nur ein so dahingeschriebenes Lamento über die Verhaftetheit des Menschen im (allzu) Irdischen, des Regiertseins durch Wünsche, Begierden und seltsame Vorstellungen, geprägt durch Erziehung und kulturelles Umfeld.
Nur als Beispiel für solche Prägungen, die man selbst nicht einmal (mehr) wahrnimmt: Der westliche Mensch regt sich über die ergebene, kritiklose Gottgläubigkeit und das brutale anhängige Rechtssystem im islamischen Kulturkreis auf - der muslimisch geprägte Mensch hingegen verachtet die kritiklose Ergebenheit der Gottlosen gegenüber der demütigend manipulativen Werbe- und Sinnesberieselung durch Kapitalismus und Kommerz. Wir nehmen Fernsehwerbung, Produktplazierungen in Filmen usw. gar nicht (mehr) als das wahr, was sie eigentlich sind: Bewusste Manipulationsversuche unterstellt unmündiger Geister - im Grunde eine sehr herablassende Art, mit Menschen umzugehen (Konsumvieh!)...
LG, eKy