Autor Thema: Sehet die Zeichen ...  (Gelesen 30 mal)

Erich Kykal

Sehet die Zeichen ...
« am: November 29, 2018, 19:40:59 »
Wahre Geschichte:

Ein Journalist, der rechtsextremen Umtrieben nachging („Lügenpresse! Lügenpresse!“), wurde vor einem Jahr von maskierten Nazis verfolgt, gejagt und im eigenen Wagen angegriffen und mit dem Messer verletzt, bloß weil er von öffentlichem Raum aus ein Nazitreffen fotografiert hatte.
Die Täter wurden ausgeforscht (Assistenten einer hart rechtspolitischen Größe) und sind bis heute auf freiem Fuß.
Ein Jahr später tauchte derselbe wackere Journalist in Polizeibegleitung vor demselben Nazitreffen auf und versucht erneut, von der Straße aus zu fotografieren (was eindeutig gestattet ist). Was folgte?

1) Die begleitenden Polizisten belehrten den Journalisten über die „rechtsstaatlichen Rechte“ der Nazis in dieser Demokratie und verwarnten ihn rüde.
2) Die Nazis beschwerten sich über den Fotografierenden, worauf die Polizisten versuchten, den Journalisten der Örtlichkeit zu verweisen.
3) Der Journalist verweigerte dies und wurde erneut von den Beamten, die eigentlich zu seinem Schutz abgestellt waren, verwarnt.
4) Die Nazis verlangten von den Polizisten die persönlichen Daten des Journalisten, laut eigenen Angaben für rechtliche Schritte, aus der Sicht des Journalisten, um ihn bedrohen zu können (nachts Fenster einwerfen, Wohnung überwachen, Posten abstellen und verfolgen, anpöbeln, behindern, Auto verkratzen usw... - all die kleinen „Nettigkeiten“ solcher Leute).
5) Der Journalist verweigerte die Herausgabe seiner Anschrift, die Polizisten ließen aber nicht ab und drohten ihm Beugehaft an. Erst nach einem Anruf bei seinem Anwalt, der die Beamten aufklärte, sahen sie davon ab, den Pressemann weiter zu nötigen.
6) Als „Mittel der Deeskalation“ wurde dem Journalisten von der Polizei nahegelegt, die Örtlichkeit zu verlassen. Das Nazitreffen ging danach störungsfrei weiter.

Dies nur als ein Beispiel von vielen darüber, was derzeit in deutschen Landen geschieht: die blinde „Rechtsstaatlichkeit“ einer hilflos bürokratisierten Demokratie wird von staatsfeindlichen Elementen gegen sie selbst gewendet, und die exekutiven Organe dieser Demokratie sympathisieren oft noch mit diesen offen demokratie- und menschlichkeitsfernen Soziopathen.
Jene, die mutig gegen Unmenschlichkeit, Brutalität und himmelschreiende Blödheit antreten, werden nach Kräften und Gesetzeslage behindert oder ignoriert, um nicht wahrnehmen zu müssen, was tatsächlich geschieht.

Ich überlasse weitere Schlüsse gern der geneigten Leserschaft.
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Martin Römer

Re: Sehet die Zeichen ...
« Antwort #1 am: November 30, 2018, 08:57:25 »
Schön, dass man sich auch mal an einen Tisch setzen kann, um angenehm zu plaudern.

Immer wieder geht es um die Abgrenzung von Rechtsextremen zu Rechten: was die Springerstiefel anbelangt, gibt es sicher keine zwei Meinungen. Wenn hier aber die Rede von Staat ist, nehme ich natürlich wieder die allgemeine Warte ein und nenne Zensurbestrebungen, Einschüchterung, Steineschmeißen, Chaos, Lügen und Blödheit auch oftmals linke Phänomene. Ehrlich gesagt ist die ganze Barbarei eher rotgefärbt.

Es wird auf eine psychologisch gesehen interessante Soße aus den infantilen und enthemmten Gestalten der Grünen und den zittrig sich an einem Spukgespenst von Vernunft festklammernden Patrioten hinauslaufen. Eine Gesellschaft der Psychischkranken und Versifften liegt überall im Westen vor.

Dieser Neu-Stalinismus mit Digitalisierung und künstlicher Intelligenz, der Islam, die Verwahrlosung von allen Seiten und natürlich die damit einhergehenden schaurigen Prozesse: das sind die Punkte meines Interesses und nicht irgendwelche Neonazis.

Subjektive Grüße.....
M.

Erich Kykal

Re: Sehet die Zeichen ...
« Antwort #2 am: November 30, 2018, 12:31:48 »
Hi Martin!

So verrennt sich wohl ein jeder in sein ganz persönliches Schreckgespenst! Über deine Ängste kann ich zum großen Teil nur milde lächeln, denn die Roten spielen politisch (oder agitativ bis aggressiv) schon lang keine Rolle mehr, und irgendwelche anarchischen Chaoten in diese Ecke zu rücken, macht deine Phobie nicht glaubhafter. Neuer Stalinismus?? Echt jetzt? Da muss ich wirklich grinsen, sorry!

Der schleichende Erzkonservativismus mit soziopathischen Zügen allerdings, quasi ein Echo von Ängsten bezüglich einer multikultureller Gesellschaft, der Nazis in immer weiteren Gebieten mehrheitlich des Ostens wieder sozusagen salonfähig macht, steht allerdings auf einem anderen Blatt!
Du kennst das Gleichnis vom Frosch im Topf? Wirft man ihn in kochendes Wasser, hüpft er sofort raus, setzt man ihn aber in kaltes Wasser und erhitzt es langsam, bleibt er sitzen, bis er gekocht ist! In etwa so kommt mir die deutsche Gesellschaft zur Zeit vor:

Kaum 70 Jahre sind vergangen seit der letzten Urkatastrophe, die wir den erzkonservativen Engschädeln zu verdanken hatten, und was war der Lerneffekt all der Jahre danach mit all den Sprüchen von "Nie wieder!" oder "Verantwortung vor der Geschichte!"?? Ein Scheiß war er, kaum dass irgendwas an unserem Wohlstand nagt! Wohlgemerkt, es geht uns immer noch wesntlich besser als dem weitestgehenden Rest der Welt, aber sofort quellen alte Ängste und Resentiments wieder hoch und verstopfen sämtliche Organe der Mitmenschlichkeit! America first! Germany first! Und alle anderen Staaten des ach so "geeinten" Europas auch sofort wieder "first", kaum dass die erste echte Gemeinschaftsleistung zu erbringen gewesen wäre - die gemeinsame humane Bewältigung der Flüchtlingswelle! Stattdessen: Rechtsruck und "Besinnung auf alte Werte"! Schön schwammig, da kann sich jeder reindenken, was er möchte, damit auch möglichst viele damit eingefangen werden!

Da kommt wieder der alte Neandertaler hoch und schwingt die Keule gegen alles, was nicht sein eigener "Clan" ist! Heilige Inzucht! Die Menschheit wird wohl nie gescheiter! Küsst den herzkalten Demagogen nur die Hände in eurer Idiotenblindheit! die Geschichte wiederholt sich wieder und wieder und wieder ... - ein ewiges Mantra der Dummheit und Verbohrtheit, der Angst vor Verlusten und des Hasses auf alles, was anders ist ...

Ja, subjektive Grüße, denn Objektivität ist Mangelware im Ereifern jener Mitgefühls- und Ensichtslosen, die immer gleich eine "klare" Meinung brauchen und entsprechend dieser "aufräumen" wollen ...

Heil Hirnlos! (Dieser Gruß richtet sich an die obig Beschriebenen, nicht an dich persönlich. Wohin ich dich einsortieren muss, weiß ich noch nicht mit Gewissheit, indes, eine gewisse Tendenz kündigt sich an ...)

« Letzte Änderung: November 30, 2018, 12:54:24 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.