Hi, EV!
Sehr gelungen und schön, stimmig und tief!

Folgende Detailbemerkungen:
S3Z3 - Das "dort" klingt im Zusammenhang etwas befremdlich und gespreizt, wahrscheinlich wolltest du so ein zweites "wo" verhindern, aber ich halte den Abstand für groß genug, und in einer Aufzählung kann sich das Einstiegswort ruhig wiederholen, das verleiht dem Ganzen Rhythmus und Sinnzusammenhang. Ich hätte ein zweites "wo" hier nicht gescheut.
Wichtig: am Zeilenende hier kein Komma nach "Schmerzen": Der Satz geht in der Folgezeile fugenlos weiter.
S4Z3 - Etwas schwer verständlich, weil hier ein Artikel fehlt zu "Bitte". Alternative: "und form aus Fremdem eine Bitte,". In Z2 und 3 dieser Str. würde ich übrigens trotz "und" Kommata setzen, zur sprachlichen Strukturierung, und um die Sinneinheiten/Bilder abzugrenzen.
Das Bild vom "Wundsehnen" habe ich übrigens selbst schon in frühen Gedichten verwendet, mindestens zweimal. Wie kommt's? Haben wir unbewusst eine gemeinsame Vorlage, oder kamen wir tatsächlich parallel unabhängig zu dieser Formulierung?
S5Z2 - Kein Komma am Zeilenende, Satzteil geht weiter.
S6Z3 - Komma nach "heute".
Ein traurig einsames LyrIch erzählt von einer sorgenfernen Kindheit auf dem Lande.
Ich selbst vermag das Bild des "an der Welt verwundeten Romantikers" ja sehr gut nachzuvollziehen. Vielleicht waren wir einfach ZU sensibel für den Kontakt mit Menschen ...
Auch ich wuchs (zumindest teilweise, an Wochenenden und in den Ferien) in ländlichem Idyll mit viiiieeeel Natur drumherum auf, und es gab immer oder meistens eine Handvoll Kinder in grob ähnlichem Alter zum Spielen und Toben, Bandengründen, Wälder und Teiche erforschen und "Cowboy und Indianer-Spielen" ...
Sehr gern gelesen!

LG, eKy