Ich gehorche einem Herrn und Meister,
der mich schuf, damit ich Werkzeug sei.
Mein Wege, meine Taten weist er,
und ich bin und fühle nichts dabei.
Doch in dunklen, bitterkalten Nächten,
wenn der Lehm an meinem Saum gefriert,
ist mir manchmal beinah so, als brächten
sie ein Ahnen, das mir Schuld gebiert.
Ist das Wort in meinem stummen Herzen
wirklich alles, was mein Sein betreibt?
Ist da gar nichts sonst, was unter Schmerzen
ein Gefühl in meinen Umriss schreibt?
Kann ich mehr sein als ein Klumpen Erde,
dem ein alter Zauber innewohnt?
Und darf das, was ich ganz innen werde,
je beweinen, was die Faust nicht schont?
Noch bin ich verpflichtet zu erfüllen,
was die Schrift in meiner Mitte weist,
doch mag sein, ich finde jenen Willen,
der den Herrn aus meinem Herzen reißt!
Dann wird endlich, was ich bin und werde,
mir gehören, meinem neuen Geist,
werden alle Wege dieser Erde
Möglichkeiten, die er frei bereist.
*Anmerkung:
Will man die gesamte Reihe lesen, möge man bitte 'Der Golem I-V' suchen. Leider hatte ich die Werke zuerst einzeln eingestellt, aber dann wurden es immer mehr, und die ursprünglichen Fäden hatten bereits Antworten ... - kurz, ich wollte sie dann nicht mehr löschen. Es gibt jedoch besagten Faden, in dem alle 5 Golem-Gedichte zusammengefasst sind.