Autor Thema: Demokratisches Kinderland  (Gelesen 559 mal)

Erich Kykal

Demokratisches Kinderland
« am: Oktober 25, 2025, 13:51:21 »
Willkommen hier im Kinderland,
wo jeder seine Förmchen fand,
um Sand darin zu backen.
Und täglich werfen wir damit
auf den, der anderes vertritt,
und kleben ihm am Hacken.

Willkommen hier im Kinderland,
wo alle voll sind bis zum Rand
mit eigener Bestimmung.
Drum passt nichts andres mehr hinein
in den parteilichen Verein
verschworener Gesinnung.

Willkommen hier in Kinderland,
wo wir in aschenem Gewand
die Dünkel gut verbergen.
So spielen gern die Riesen wir
in diesem fernen Reiche hier
von gleichgesinnten Zwergen.

Willkommen hier im Kinderland
von kommunalem Unverstand,
darin wir längst vergaßen,
dass wir als Volkes Diener nur
hier sitzen sollen, von Natur
nicht hirnlos aufgeblasen.

Wo Politik sich selber dient,
und Volkes Sorgen hoch vermint
ein klares Wort verweigert,
sofern es keinen Gegner kränkt
und seinen Ruf im Dreck versenkt -
dort wird der Staat versteigert.

Wo man mit Paragraphendreck
nur bürokratisch jeden Zweck
Regierender vermüllte,
entartete der kranke Schein
und ließ das niedre Volk allein,
das sich vergessen fühlte.

Bald stürzt das ganze Kinderland,
entmachtet von der eignen Hand,
und tut dem Staat ein gleiches,
und macht zuletzt nur Einen stark,
verkommen bis ins tiefste Mark:
Den Führer eines Reiches.
« Letzte Änderung: Oktober 25, 2025, 13:58:06 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.