Hi larin!
Wie im Großen, so im Kleinen. Wo egomanische Staatenlenker wieder mit Soldaten aufeinander losgehen, weil es offenbar wieder opportun ist, mit geschwellter Brust den Harten raushängen zu lassen (in mehrerlei Hinsicht ...), und es wieder in Mode ist, zu hassen und zu wüten, anstatt Konsens und Toleranz zu suchen und zu üben, verwundert es kaum, dass die A.löcher unserer Gesellschaften im Schatten dieser Ereignisse wieder erstarken.
Aber zu deinem Argument; Femizide und Missbrauch hat es immer gebeben, früher sogar mehr als heute, zumindest bei uns. Es hat sich damals bloß keiner, der Nachrichten machte, dafür interessiert - es galt als bedauerlicher, aber 'normaler' Bestandteil menschlichen Miteinanders, dass manche Gewalt über andere ausüben. Zudem galten Frau und Kinder bis vor 2 Generationen noch mehr oder weniger als 'Eigentum' des Mannes, der die Familie ernährte, und niemand wagte sich da einzumischen.
'Geht uns nichts an' galt mehr als eine öffentliche Ächtung solcher Prügelmänner. Man mischte sich in andere Familienangelegenheiten nicht ein, das galt als ungeschriebenes Gesetz. Gerade Gewalt gegen Kinder wurde als normale Erziehungsmaßnahme angesehen, sogar noch lange nach dem gesetzlichen Verbot dazu. Sogar meine Eltern sahen es so: Mama war öfter mal mit dem Teppichpracker hinter mir her, ehe ich in die Volksschule ging, und Ohrfeigen konnten sie beide austeilen, bis ich aufs Gymnasium kam.
Beziehungstaten schafften es damals bestenfalls als Fußnote auf Seite 5 in die Nachrichten oder Zeitungen und wurden vor allem nicht weiter diskutiert. Es galt als 'normal', dass manche Männer eben unbeherrscht waren. Heute wird jeder Femizid ausführlich medial ausgeschlachtet, und vor allem gibt es (endlich) eine anhängige Dauerdebatte dazu. Es gilt nicht mehr als 'normal' im Rahmen der Gauß'schen Kurve der Normverteilung unseres Sozialverhaltens, denn die 'Opfer' nehmen so ein Handeln einfach nicht mehr wortlos hin.
Von der 'gsundn Watschn' bis zum Frauenmord: Wir sind senibilisiert. Dennoch geschieht es weiterhin, und wenn die Faschisten wieder ans Ruder kommen, wird es vielleicht sogar wieder erlaubt sein, Weib und Brut zu 'züchtigen', um sie auf die dann wieder vertretene Linie zu bringen: Dass der harte Mann der Herrscher sei, und basta! Und aufsässige Eheweiber oder (Gott bewahre!) schwule Kinder wird es dann auch nicht mehr geben (dürfen) - eher schlägt man sie tot.
Hominus homini lupus est.
LG, eKy