Autor Thema: Vogelflug  (Gelesen 63 mal)

a.c.larin

Vogelflug
« am: August 25, 2026, 06:13:49 »
Sieh den Vogel da im Fluge:
Wie er durch die Lüfte schwebt,
auf den Winden Zug um Zuge
sich in Ferne Höhen hebt!

Hör ihn schreien, gellend rufen,
er ein Suchender wie du,
der du, sitzend auf den Stufen,
müd und dankbar bist für Ruh!

Spür den Atem seiner Sphären,
alle Sehnsucht, die ihn treibt,
wenn er gleitend über Schwerem
scheinbar leichthin Sieger bleibt!

Er wie du: Ihr seid nur Gäste,
Sand im Wandelspiel der Zeit!
Gib dich hin und mach das Beste!
Öffne dich dem Himmel weit!

Schenke deiner Seele Räume
über alle Wogen hin
wahre sie - erfülle Träume,
finde Heimat und auch Sinn!
« Letzte Änderung: August 25, 2026, 19:18:23 von a.c.larin »

gummibaum

Re: Vogelflug
« Antwort #1 am: August 25, 2026, 12:51:31 »
Liebe larin,

die Identifikation der menschlichen Seele mit dem Vogel ist sehr schön, und der Aufruf dazu, sich vom Boden zu lösen und der Weite zu öffnen, gefällt mir.

Danke. Sehr gern gelesen.
LG g 

Erich Kykal

Re: Vogelflug
« Antwort #2 am: August 25, 2026, 14:10:56 »
Sieh den Vogel da im Fluge:
Wie er durch die Lüfte schwebt,
auf den Winden Zug um Zuge
sich in Ferne Höhen hebt!

Hör ihn schreien, gellend rufen,
er ein Suchender wie du,
der du, sitzend auf den Stufen,
müd und dankbar bist für Ruh!

Spür den Atem seiner Sphären,
alle Sehnsucht, die ihn treibt,
leichthin gleitend über Schwerem
scheinbar kampflos Sieger bleibt!


Er wie du: Ihr seid nur Gäste
in dem Wandelspiel der Zeit!
Gib dich hin und mach das Beste!
Öffne dich dem Himmel weit!

Schenke deiner Seele Räume
über alle Wogen hin
wahre sie - erfülle Träume,
finde Heimat und auch Sinn!


Hallo, liebe larin!

Ich sage es jedes der seltenen Male, die du dieses Forum besuchst: Du fehlst hier! Schreib doch wieder öfter hier, mich zumindest würde das sehr freuen. Ich hoffe, es geht dir gut soweit.

Zum Gedicht:

Ein schöner, mitreißender, beinahe euphorischer Gesang auf die Freiheit des Vogelfluges, in den das Lyrich philosophisch all sein Suchendes hinein interpretiert!

Drei Klitzekleinigkeiten (Ich habe sie im Zitat fett markiert):

S2Z4 klingt etwas ungelenk formuliert. Alternative: 'müd und dankbar pflegst der Ruh.'

S3Z3 - Hier fehlt etwas, nämlich die grammatikalische Verbindung zu Z4. Alternative: 'wenn er gleitend über Schwerem // scheinbar leichthin Sieger bleibt.'

S4Z2 - 'In dem' wird normalerweise zu 'im' verbunden, daher wirkt es hier leicht seltsam und störend. Alternative (Mittels Absetzung per Komma, und statt 'Werg' kannst du gern ein anderes einsibliges Wort einfügen, wenn du magst): 'Er wie du: Ihr seid nur Gäste, // Werg im Wandelspiel der Zeit!'
Denkbar wäre hier natürlich auch eine Neufassung von Z2: 'im entrückten Spiel der Zeit!' (Mit vielen Möglichkeiten statt 'entrückten')


Sehr gern gelesen!  :)

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

a.c.larin

Re: Vogelflug
« Antwort #3 am: August 25, 2026, 19:15:27 »
Hi gum,
ich saß in  Borkum am Strand (ist schon ne Weile her)
und sah den Möwen zu , die im böigen Wind segelten.
Das hat Menschen wohl immer schon fasziniert.
Wir Erdgebundenen fühlen uns schwer und ersehnen die Leichtigkeit.

Aber das Leben IST schwer, immer und immer wieder.
Wahrscheinlich würde uns der Vogel, könnte er reden, auch von den Mühseligkeiten seines Lebens erzählen.

Schweres, das leicht  aussieht, ist Kunst - vielleicht aber auch Gnade, wer weiß?

Wie auch immer: Der schwebende Vogel  ist für mich ein tröstliches Bild!
« Letzte Änderung: August 25, 2026, 19:38:48 von a.c.larin »

a.c.larin

Re: Vogelflug
« Antwort #4 am: August 25, 2026, 19:37:41 »
Hi Erich,
es ist schön zu wissen, dass es Orte gibt, wo man immer willkommen ist. Das tut wirklich gut - danke!

Mit der Zeit und der Kraft ist das mittlerweile schon so eine Sache: 67 mittlerweile - und das herannahende(oder schon ein getretene Alter???) schickt seine Sendboten voraus!
Soll heißen: Man wird langsamer, man braucht für alles länger - und ganz spezielle," neue" Herausforderungen gibts auch: Kinder, die Haus bauen, ganz junge Enkelkinder, die die Oma brauchen, ein mittlerweile 92-jähriger Vater, dessen Versorgung mitgedacht werden muss. ( die eigenen Wehwehchen, die man dazwischen auch noch unterbringen muss) - um nur einige zu nennen.

Eine gewisse Erschöpfung macht sich breit - überhaupt nach diesem wahnwitzig heißen, trockenen Sommer...

Ich versuche, guter Dinge zu sein, bin aber in letzter Zeit eher müder Dinge.😅

Einige Änderungen hab ich übernommen, danke.

Der Ruhe hab ich nicht gepflegt - dazu war ich viel müde!
Ich war nur dankbar, dem Gedudel beim "Musikpavillon" entkommen zu sein. (Da musste man sich aber ein Stück von der Menschenmenge absentieren...)

Wind, Wellen, Vögel - für mich genug.

Liebe Grüße,
larin

« Letzte Änderung: August 25, 2026, 19:40:28 von a.c.larin »

Erich Kykal

Re: Vogelflug
« Antwort #5 am: August 25, 2026, 20:18:23 »
Hi larin!

Danke für die erbaulichen Einblicke in dein reichhaltiges Familienleben. Da ich derlei nicht habe, finde ich es tröstlich zu lesen, dass andere diesbezüglich gesegnet sind.

Mit mittlerweile 62 bin ich ja nicht weit hinter dir, und (in meinem Falle) krankheitsbedingt ja auch schon pensioniert. Das mit den Wehwehcehn stimmt - und damit bin ich scheint's doppelt gesegnet.  ;) ::)

Meine besten Wünsche begleiten dich.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.