Hi Em!
Du denkst da wohl an ein komplettes Austerben unserer gesamten Art. Ich dachte beim Schreiben an mein eigenes, individuelles Ableben, unsere bedauerliche Sterblichkeit.
Wenn ich sterbe, wird sich die Welt nicht anders 'weiterdrehen', dazu ist der Eidfluss von Einzelindividuen viel zu gering, wenn man von gewissen Schlüsselpersonen mal absieht, von denen allerdings keine in unserem näheren Umkreis wirkt.
Es ist ein Lamento, denn eigentlich ist unsere Sterblichkeit wissenschaftlich längst begründet und erklärt: Wir müssen für kommende Generationen Platz machen, damit es genetische Evolution geben kann, die der Art erlaubt, sich an Veränderungen anzupassen und so das Überleben zu gewährleisten. Genetisches Potential steht jederzeit über dem Erfahrungsschatz des Einzelindividuums, dessen Verlust im Ganzen betrachtet jederzeit verschmerzbar ist - zum Leidwesen jener, die damit verscheiden.
Damit ist rein wissenschaftlich klar, warum wir sterben: Um als Art anpassungsfähig zu bleiben. Das Individuum und sein Erfahrungsschatz zählen nur für seine eigene Existenz, aber Lebensumstände ändern sich mit den Umweltbedingungen. Außer uns verfügt keine Art über ein hochintelligentes, selbstrefektierendes Bewusstsein, oder bestenfalls rudimentär, und ich bin mir nicht einmal ganz sicher, ob das auf die gesamte Menschheit zutrifft. Also muss es Mutation geben, Evolution, damit sich Arten anpassen und überleben, selbst wenn sie hinterher andere Arten sind.
Wir Menschen sind heute die Ausnahme von der entwicklungsgeschichtlichen Regel, darum kränkt unsere Sterblichkeit uns auch so sehr - sie ist aus unserer Perspektive evolutionär überflüssig geworden. Unser Intellekt, unsere Erfahrungen, unsere Erinnerungen - die sollten gelten, nicht unsere blinden Gene in zufälliger Kombination für eine Zukunft, die wir nie erleben werden. Wir stellen das Individuum über die Masse der Art - nun ja, außer wir wurden politisch oder religiös indoktriniert und zu einem Ameisenstaat degradiert. Einzelpersonen an der Macht, ob Diktatoren oder eines behaupteten Gottes selbsternannte Sprachrohre, haben nur höchst selten Gutes bewirkt ...
Nun, im großen Rahmen ist das ohnehin einerlei.
LG, eKy