Autor Thema: Die Trauernde am Totenbett  (Gelesen 2286 mal)

Erich Kykal

Die Trauernde am Totenbett
« am: September 03, 2013, 23:36:48 »
Im Anbeginn der Stille jener Nächte,
die ihre Dunkelheit aus Tränen weben,
verklingt dein unerhörter Ruf: Ach brächte
der neue Morgen doch ein neues Leben!

Und wäre Frohsinn und ein mildes Schauen,
von treuen Augen deinem Blick entboten,
die unter zärtlich hochgewölbten Brauen
aus Liebe sich erweckten von den Toten!

Doch in die Stille muss dein Wort verhallen,
du bist, des Hoffens und der Freude bloß,
das allereinsamste Geschöpf von allen,
und ohne Wärme bleibt dein kalter Schoß.
« Letzte Änderung: September 27, 2013, 14:38:50 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Daisy

Re:Die Trauernde am Totenbett
« Antwort #1 am: September 07, 2013, 22:13:35 »
Hallo Erich,

ein großartiges Gedicht - wie könnte es auch anders sein - aber traurig und deprimierend, zur Zeit nicht mein Ding!

Kleiner Hinweis: "hochgewölbten Brauen".

Chapeau!

LG Daisy


Erich Kykal

Re:Die Trauernde am Totenbett
« Antwort #2 am: September 08, 2013, 07:00:15 »
Hi, Dasiy!

Mist - ich hasse es, wenn ich bei Tippfehlern erwischt werde! ;) ;D

Vielen Dank für den Hinweis und die freundlichen Worte!

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Daisy

Re:Die Trauernde am Totenbett
« Antwort #3 am: September 08, 2013, 14:42:48 »
Hallo Erich,

schon wieder erwischt!  ;)

Oder hast du meinen Namen absichtlich falsch geschrieben?!  :D

LG Daisy

Erich Kykal

Re:Die Trauernde am Totenbett
« Antwort #4 am: September 08, 2013, 20:13:39 »
UUUPS! - Ich und meine Würstelfinger!!! :o :D
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

cyparis

Re:Die Trauernde am Totenbett
« Antwort #5 am: September 26, 2013, 12:09:36 »
Lieber Erich,


ein erschütterndes Gedicht.
Umso erschütternder, als es wundervoll gestaltet ist.
Eines, bei dem ich einen Kloß in den Hals bekomme.


Herzlichen Gruß
von
Cyparis
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
copyright auf alle Texte

Erich Kykal

Re: Die Trauernde am Totenbett
« Antwort #6 am: Mai 04, 2026, 10:32:14 »
Was mich da wohl inspiriert hatte? Ein Gemälde? ein Film? ein Buch? Meine eigenen Verluste?

Ein wenig staksig erscheint mir die Satzkonstruktion heute mit Abstand, ein wenig allzu sprachverliebt in möglichst komplexe Formen. Naja, Geschmackssache ...

Das ist eine der grausamen Seiten des Lebens, mit der wir fertig werden müssen: Wir verlieren Geliebte, wenn wir lange genug leben, an Zeit oder tragische Umstände.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Die Trauernde am Totenbett
« Antwort #7 am: Mai 05, 2026, 18:27:45 »
Schön gedichtet, lieber Erich.

Nach Titel und Thema wahrscheinlich durch ein älteres Gemälde inspiriert.
Das Sterben von Eltern und Geschwistern gehörte ja früher schon als Kindheiterfahrung zum Leben und begleitete es weiter. Hier scheint eine Frau vergeblich zu hoffen, dass ihr Mann weiterlebt und sie noch Kinder bekommt. Heute wird man oft erst Zeuge des Sterbens, wenn man selbst dran ist, und kann es nicht mehr malen oder beschreiben. Die diesbezügliche Trauer ist ebenfalls kaum mehr öffentlich (bzw. Pflicht wie früher) und hat daher auch nicht mehr das gleiche Gewicht. Aber ich denke, es nimmt auch der Freude etwas, wenn der Gegenpol schwindet.

Du wählst hier erlesene Worte, und mancher moderne Leser findet es wegen der Tendenz zum saloppen Wort vielleicht zu viel des Guten. Aber mir gefällt es sehr.

LG g

 
« Letzte Änderung: Mai 06, 2026, 09:03:34 von gummibaum »

Erich Kykal

Re: Die Trauernde am Totenbett
« Antwort #8 am: Mai 06, 2026, 02:01:50 »
Hi Gum!

Danke für die freundlichen Worte. Dies ist von 2013 - sozusagen 'a oide Hodern', wie wir in Ösiland sagen.

Das war die beste Zeit unserer Dichtertreffen bei mir, alle noch am Leben, schaffend ... - nichts bleibt für immer.

Wehmütige Grüße, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.