Hi, Cypi!
Man darf nicht verallgemeinern!
Ja, ich halte jegliche Religion für himmelschreienden Blödsinn, aber viele Menschen denken und reflektieren diesbezüglich nun mal nicht, bzw. verbieten sich dies, weil sie sich behütet fühlen wollen oder Teil einer Gemeinschaft bleiben möchten. Viele sind auch zu bildungsfern oder schlicht zu dumm. Viele derer, die bereits zweifeln oder das Joch des sozialen Zwangs innerlich abzuschütteln vermochten, schweigen aus Furcht vor der überschäumenden Wut derer, die Religion als Machtmittel einsetzen und mit lethalen Konsequenzen drohen. Verständlich. Vor nicht allzu langer Zeit konnte man auch bei uns noch lebendig verbrannt werden, wenn man allzu religionskritisch auftrat!
Ich sage, auch wenn mir manch ein spezieller Glaube sogar höchst zuwider ist - jeder Mensch hat nun mal das Recht zu glauben, was er möchte. Der Knackpunkt ist: Solang er keinem andern damit ans Bein pinkelt! Genau das tun aber religiöse Überzeugungstäter und all jene, die ihre Religion und/oder sich selbst allzu ernst nehmen.
Sie können weder mit Kritik leben noch mit freiem Gedankengut, das ihre Allmachtansprüche untergraben könnte. Ja - man hätte Rücksicht auf gewisse Empfindlichkeiten nehmen können, manchmal geschah es auch aus Unwissenheit (kaum einer bei uns wusste, dass der Prophet Mohammed im Islam nicht abgebildet werden darf/soll - schon gar nicht in despektierlicher Weise), aber die folgenden Reaktionen waren primitiv (brüllender, kreischender Mob, Botschaftssturm, Fahnenverbrennung, Morddrohungen, Fatwas - das ganze aufgeplusterte Getue, diese bewusst geschürte und geförderte ostentative Gekränktheit) und sogenannter vernunftbegabter Wesen unwürdig, beleidigt oder nicht!
Diese letzte abartige Tat in Paris ist nur der letzte Kulminationspunkt menschlicher Dummheit und Brutalität. Klar, man könnte sagen, mit den Karrikaturen haben die denen ja auch ans Bein gepinkelt, und das stimmt ja irgendwie auch. Bloß deren Reaktionen, bestimmt von ihrer mittelalterlichen Denkungsart (Siehe Scharia usw...), haben eben nichts Rechtsstaatliches oder Diskussionsfähiges an sich. Wer mit dem Maschinengewehr oder der Machete argumentiert, disqualifiziert sich nachhaltig als Teil jeder zivilisierten Gesellschaftsform. Der IS wirbt mit dem Argument, die wahrhaft Gläubigen könnten im Kalifat "frei leben" - klar, weil alle anderen unterdrückt, versklavt oder ermordet sind!!!
In vielen primitiven Stammeskulturen war der jeweilige Stammesname gleichzeitig die Bezeichnung für "Mensch" - das bedeutete, alle anderen außerhalb dieses Stammes wurden nicht als Menschen betrachtet - was es leicht machte, sie zu bekriegen, zu vertreiben und abzuschlachten. Dasselbe praktizierten die Nazis mit dem "unwertem Leben" Behinderter oder "minderen Rassen" wie Slaven, Zigeunern oder Juden: keine eigentlichen Menschen, bloß Schlachtvieh, das zufällig so aussieht wie man selbst.
Man sieht sich immer bestätigt, wenn man in die leeren, tumben Gesichter der meisten Täter schaut und sich denkt: Genau so hab ich mir solche Idioten vorgestellt! Denen sieht man doch schon an der angesäuerten Machofresse an, dass sie am liebsten dauerhaft auf die ganze Welt einprügeln würden, weil die einfach nicht erkennen will, wie toll und großartig sie doch sind!
Meist läuft es auf gekränktes aufgeblasenes Ego, sublimierte Minderwertigkeitskomplexe und Versagensängste hinaus - von Hitler bis Kalif!
Aber man darf nie verallgmeinern! Die meisten Muslime sind brave, stille Leute mit gutem Benehmen und zivilisierten Grundsätzen. Bedauerlich, dass sie bis dato zu unbeteiligt, schwach oder wehrlos sind, dem Wahnsinn im Namen ihres Glaubens Einhalt zu gebieten! Vereinzelte Statements vor Mikrofonen sind zu wenig.
LG, eKy