Hi Gum!
Wahre Damen sind einsam! Sie sind vollendete Selbstdarsteller und gehen ganz in ihrer Rolle auf.
Marlene Dietrich war ein gutes Beispiel, sie starb einsam und isoliert, brachte es nicht über sich, die eigene Vorstellung von ihrer Legende zu gefährden, indem sie der Welt ihr Altern zeigte, und selbst dem eigenen Kind gegenüber blieb sie stets kühl, reserviert und emotional unnahbar.
Letztlich spielt jede Dame der feinen Gesellschaft auf irgendeinem Ball den gleichen Part: Vollendet schön, unnahbar ohne unfreundlich zu sein, überlegen ohne Arroganz, ganz Statue ihrer selbst ...
Tragisch wird es, wenn für solche Menschen die Rolle wichtiger wird als alles andere, wenn sie ihr Selbstwertgefühl ganz und gar über und durch diese aufgesetzte Erhabenheit definieren, lieber lebenslang diese Rolle spielen als wirklich zu sein, weil es so sicherer oder lohnender erscheint. Für die Welt schaffen sie so Legenden, sind vielleicht Stars und Celebrities, über die man noch lange nach ihrem Tode spricht - und das ist auch das Ziel der Übung, denn ein eigenes, freies und befreites Leben haben diese Leute nie geführt - so trösten sie sich mit dem Gedanken an diese hohle Art von Unsterblichkeit.
Danke für's Reinschauen!

LG, eKy