Autor Thema: Sklavenhändler  (Gelesen 4718 mal)

Erich Kykal

Sklavenhändler
« am: August 15, 2016, 12:25:56 »
http://www.rnz.de/wissen/gesellschaft_artikel,-Ex-IS-Gefangene-Schlimmer-als-der-Tod-Hilfe-fuer-gequaelte-Frauen-_arid,213582.html?ref=yfp

So tarnt erneut sich jenes Abgrundböse,
das uns vertieren will, als wahrer Glaube,
so hart und ernst wie eine Daumenschraube!
Und keine Hoffnung, dass man sie erlöse,

verbleibt den Opfern dieser Attentäter,
die nur zu willig ihrem Götzen dienen,
der sie belohnt und ihre kalten Mienen
verherrlicht als das Erbe ihrer Väter!

Wo dumme Menschen ihre Macht missbrauchen,
bewohnen Grausamkeit und Mord die Tage!
Wohl denen, welche heimlich untertauchen

und fliehen können aus gequälten Landen,
sodass die Zeigefinger ihrer Klage
auf jene weisen dürfen, die sie banden.



Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Curd Belesos

Re: Sklavenhändler
« Antwort #1 am: August 15, 2016, 17:16:15 »
moin moin Erich,

man(n) mag über Alice Schwarzer denken wie und was man(n) will, aber eines hebt sie sicherlich positiv hervor :

Sie hat der Frau nach Jahrhunderten der Unterdrückung durch Männer - Kirche - Staat - Ehe - eine kraftvolle Stimme verliehen und sie selbstbewusst gemacht.

Doch werden die abrahamitischen Glaubensströme noch Jahrhunderte brauchen um die archaischen, von Männern in ihrer Angst vor der Frau geprägten Strukturen und

Denkweisen in menschenwürdige Bahnen zu lenken.

Dein Gedicht ist die Anmahnung...................

LG
CB

Nur wenn du frei bist " IF " ....dann bist du ein Mensch

Erich Kykal

Re: Sklavenhändler
« Antwort #2 am: August 15, 2016, 17:43:19 »
Hi Curd!

Ich las heute den oben verlinkten Artikel, daraufhin wollte dieses Sonett werden ...

Bis vor etwa 100 Jahren war es bei uns ja kaum anders: Frauen durften nicht mal ohne männliche Begleitung ausgehen, geschweige denn Gasthäuser besuchen! Die drei "K"s (Kinder, Küche, Kirche) waren (bis auf wenige Ausnahmen in Einzelschicksalen) ihre ganze Welt bis ans Ende der Kaiserzeit - hatten es zu sein! Von Selbstbestimmung, Wahlrecht oder Gleichberechtigung keine Rede!
Erst mit dem Kataklysmus des ersten Weltkrieges ändere sich das großflächig, weil da plötzlich viele Frauen in Fabriken und in Männerberufen arbeiten mussten, da die Kerle alle mit Ballern beschäftigt waren! Da erkannten viele, dass es nicht weitergehen würde wie gehabt. Aber insgesamt änderte sich das Frauenbild nur langsam - die Nazis warfen die Emanzipation wieder extrem zurück! Der 2. WK änderte das erneut. Danach durfte man endlich auch als Frau seinen Mann stehen!

Selbst dann aber ging es nicht von heute auf morgen: Wenn ich Fernsehwerbung aus den 50ern oder 60ern sehe, bin ich schockiert über das dort immer noch kolportierte Idealbild der Frau: Begeistertes und devotes Heimchen am Herd in der Wirtschaftswunderzeit, die von Männern geschmissen wurde!
Alte Dummheit stirbt am langsamsten ...

LG, eKy
« Letzte Änderung: Juli 05, 2026, 10:56:26 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

cyparis

Re: Sklavenhändler
« Antwort #3 am: August 15, 2016, 21:04:30 »
Lieber Erich,

die "Unfreiheit" der europäischen Frauen ist damit nicht vergleichbar!
Bei uns in Europa gab es nie eine Klitorektomie wie in abrahamitischen Ländern.
Und Frauen, die "besser ggestellt" waren, durften immerhin Cercle halte, sie durften - wenn auch belächelt - Bücher lesen, etc.
Natürlich nicht die graue Schicht der Masse. Aber selbst dort ging die Rohheit nicht so weit, daß sich die Frauen unter einer Burka verstecken.

Dein Aufruf ist bitter, nörig, bitternötig!
Aber diese Plattform ist viel zu klein, als daß sie jemand wahrnähme.

Aufgewühlten Abendgruß
von
Cypi
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
copyright auf alle Texte

Erich Kykal

Re: Sklavenhändler
« Antwort #4 am: August 16, 2016, 02:28:12 »
Hi Cypi!

Danke für dein Beipflichten! Du hast recht, so penetrant wie im Islam war es bei uns nicht, zumindest schon länger nicht mehr. Das kommt davon, wenn eine atavistische Wüstenkultur aus härtesten Überlebensbedingungen plötzlich zum Global Player aufsteigt - Saudiarabien zum Beispiel: Nicht so chaotisch und offen gewalttätig wie der IS, aber genauso korantreu, frauenfeindlich und menschenverachtend, wenn auch unter dem Deckmäntelchen von Reichtum, Wohlstand und Moderne.

Gemessen an dem, was diese armen Frauen und Kinder da unten im IS erdulden mussten und müssen, erscheinen solche lyrischen Zeilen hilf- und kraftlos - vergeistigte Hülsen, verständnislos, unbegreifend - wie jeder, der es nicht selbst durchleiden musste ...

Nein, solche ästhetischen Aufseufzer können das Elend nicht lindern und den Schmerz nicht bannen - aber es erleichtert den Autor, wenn er wenigstens ein Statement setzen kann, wie er darüber denkt!

LG, eKy

Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

cyparis

Re: Sklavenhändler
« Antwort #5 am: August 16, 2016, 11:19:47 »
Ja, dieses lyrische sich-Luft-machen ist schon mal hilfreich.
Du  h a s t  etwas gerufen und hast es mit einem guten Gedicht gerufen!

Lieben Gruß
von
Cypi
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
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Erich Kykal

Re: Sklavenhändler
« Antwort #6 am: August 16, 2016, 11:50:08 »
Hi Cypi!

Danke!

Noch was: Mir wurde anderswo gesagt, dass dieser Link, den ich vor dem Gedicht oben setzte, ein zahlungspflichtiger ist, der Cookies platziert. Ist das ein Problem hier? Soll ich den Link löschen?

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
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cyparis

Re: Sklavenhändler
« Antwort #7 am: August 16, 2016, 12:37:54 »
Kein Problem. Zumindest bisher nicht! :)
Der Schönheit treu ergeben
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gummibaum

Re: Sklavenhändler
« Antwort #8 am: August 16, 2016, 17:49:33 »
Hallo Erich,

ein Thema, das dich zu recht sehr beschäftigt und umtreibt.

Ich finde es auch unerträglich, was Männer mit dieser glaubensgestützen Perversion den Frauen antun. Natürlich deutet dieser Glaube die grausame Gewalt in etwas Richtiges oder sogar Gutes um und hat keine Existenzberechtigung.

Gegen den Glauben des einzelnen habe ich eigentlich nichts, wenn er der Ehrfurcht vor dem Großen und Schönen entspringt. Aber die meisten Glaubengemeinschaften haben mehr Engstirnigkeit als Ehrfurcht vor Größe und Schönheit gebracht und diese Werte der "Versklavung" unterzogen und geschändet. Nicht Religionen sondern Schändionen also.

LG gummibaum

LG gummibaum

Erich Kykal

Re: Sklavenhändler
« Antwort #9 am: August 16, 2016, 20:08:20 »
Hi Gum!

Gutes Wort - Schändionen! Unterdrückionen! Zerbrechionen! Verdummionen!  ;D - Das macht Spass!  >:D

Spass beiseite: Wer angesichts solcher Artikel immer noch sein ach so tolerantes Gutmenschtum abfeiern will, gehört in die Klapsmühle! "Biedermann und die Brandstifter" sollte zum Pflichtprogramm in Theatern und im Fernsehen werden!  ::)

Weg mit den Korantikörpern!

LG, eKy
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cyparis

Re: Sklavenhändler
« Antwort #10 am: August 21, 2016, 15:38:00 »
Weg mit dem Koran!
Der Schönheit treu ergeben
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Erich Kykal

Re: Sklavenhändler
« Antwort #11 am: August 22, 2016, 00:56:02 »
Hi Cypi!

Das wäre so einseitig wie nämlicher Koran.

Es muss heißen: Weg mit ALLEN heiligen Büchern! Her mit naturwissenschaftlicher Bildung, Weltsicht und Einstellung.
Her mit moralischer und kultureller Reife OHNE die "Gnade" irgendwelcher erfundener Götter, deren Prediger uns ewig in Unmündigkeit und Unterwürfigkeit halten wollen.
Gesetze mit Menschenverstand und Fairness statt vereinnahmte Gebote ohne Hinterfragung und Kritik!
Macht weltweit Museen, Mahnmale oder Bibliotheken aus allen Kirchen, Moscheen oder Tempeln.

Und redet euch vor allem nicht ständig ein, ohne all das Ritualklimbim, die innere Hingabe und die verbrämte Vergeistigung würde euch etwas fehlen! Mag sein, dass den Suchenden etwas fehlt - aber ein Gott ist es sicher nicht!

LG, eKy
« Letzte Änderung: September 11, 2016, 21:14:17 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
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Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

cyparis

Re: Sklavenhändler
« Antwort #12 am: September 11, 2016, 21:11:56 »
Wie recht Du hast, Erich!
Von A - Z unterschreibe ich Dein Postulat!

Immer:
Cypi
Der Schönheit treu ergeben
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copyright auf alle Texte

Curd Belesos

Re: Sklavenhändler
« Antwort #13 am: September 11, 2016, 23:27:13 »
moin moin Erich,

vor einiger Zeit schrieb ich dir bereits, dass du dem " einsamen Rufer in der Wüste" gleichst.

Ja, du hast recht, doch die "Masse" will geführt werden, wie Lemminge auf zwei Beinen  >:D

Wer Angst hat selber zu denken, folgt gerne den religiösen und politischen Fanatikern,mit allen Konsequenzen.

LG
CB

Nur wenn du frei bist " IF " ....dann bist du ein Mensch

Erich Kykal

Re: Sklavenhändler
« Antwort #14 am: September 11, 2016, 23:51:40 »
Hi Curd!

Was bleibt übrig, als zu rufen, so lange man kann?
Die Alternative wären Rückzug und Gleichgültigkeit. Wenn man damit leben kann ...

LG, eKy
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