Hi Gum!
So klingt es wohl, wenn man alles einfach nur noch satt hat!

Die ritualisierte Lebensroutine, das tägliche Einerlei, die sinnlosen Mühlen der Pflicht - wenn die ganze Bedeutungslosigkeit all dessen über dich hinwegschwappt, über dir zusammenschlägt und alles ersäuft, wovon du dachtest, es wäre wertvoll und bedeutsam und erhaltenswert.
Depression oder Burnout - so nennt man es heutzutage ...
Da hab ich auch eins dazu, von 2013:
AusgebranntWie jeden Morgen steht er zeitig auf,
bewacht den Morgen, der ins Helle steigt,
und während er in seine Tasse schweigt,
beginnt der Tag. Er freut sich nicht darauf,
scheint aller Lebensfreude abgeneigt.
Verschlossen nimmt er seine Zeit in Kauf,
ergibt sich ihrem kriechenden Verlauf.
Kein Schicksalsbaum, der blühend sich verzweigt,
kein inneres und äußeres Erstreben -
nur kalte Stunden ohne Mut und Freuen,
und keine Lust, sich daraus zu erneuen,
sich aufzuraffen und ins Sein zu heben.
Er weiß sein Existieren zu betreuen,
verstarb darin und nennt es dennoch: Leben!
2017 schrieb ich dann dies, sozusagen als Gegengewicht:
Ausgebrannt?So viele tilgte ihm die Last der Jahre
in Abgeschlagenheit und dumpfer Qual
von seinen Feuern, die einst ohne Zahl
erwärmt die Seele hatten für das Wahre,
dass von der Wiege mählich bis zur Bahre
sein Brennen hinsank in ein Aschental,
dem auch sein Traumgesicht sich anbefahl,
damit es nicht noch mehr an Leid erfahre.
Doch irgendetwas will da unten glühen
und facht sich unersättlich wieder an,
als hinderten kein Plagen und kein Mühen
es je daran, der Hoffnung zuzuraunen,
dass selbst die Asche wieder lodern kann
aus einem unscheinbaren Fünkchen Staunen.
Vielleicht findest du auch mal ein lyrisches "Gegengewicht" zu den obigen Zeilen? Vergönnt sei's dir!

Sehr gern gelesen!
LG, eKy