Hi, Jana!
Sprachlich formidabel! Interessant dein sich für mich herauskristallisierender Hang zu Eigenschaftswortketten (dunkelhell, wunderschönunendlich, scheu-schüchtern ... warum ausgerechnet bei letzterem ein Bindestrich?), die erfrischen lebendige Bilder kreieren.
Im Übergang von S1 zu S2 habe ich einen logischen Fehler gefunden:
Sie "besiegte" mit ihrem Wort, was die Gedanken uns tagtäglich "rauben" - Das ergibt keinen Sinn. Das, was geraubt wurde, ist ja das, was man wiederhaben möchte, es kann nicht das sein, was besiegt werden soll. Es müssten die Gedanken sein, die sich als Räuber darstellen - sie müssten die von der Dichterin Besiegten sein. Also:
"war sie es, die mit ihrem Wort besiegte,
was in Gedanken lebt, uns zu berauben."
Die "Ruhe" in Z2 kann auch nicht das sein, was "besiegt" werden soll, vielmehr das, was durch den Sieg wiederhergestellt werden soll.
Also würde ich hier in S2Z2 einen neuen Satz beginnen:
"Sie ist die Ruhe, die die Klänge bringen,"
Sehr gern gelesen! Eine Frage am Rande (rein aus Interesse): Hast du die "klassische" Sonettregel bezüglich der Quartettreime bewusst ignoriert, weil deine Auffassung dazu "moderner" ist, oder weil du sie nicht kennst?
LG, eKy