Hi Gum!
So wie du hier beginnst, weiß man erst nicht einzuorden, wessen "Schatten" noch "hier" liegt, erst mit dem Fortschreiten der Satzkonstruktion wird die Erklärung nachgereicht.
Alternative für S2Z2: "... geerbt, // davor von Mal zu Mal // ein Vorfahr. ..." - ich denke, das "von Mal zu Mal" würde die Erbabfolge besser als Zeitlinie verdeutlichen als dein "manches Mal", was eher wie ein beliebiges Geschehnis klingt.
Sehr schön verdichtest du den Liedtext von Reinhard Mey, der beschreibt, wie er die Stätten seiner Kindheit und Jugend besucht, nur um sie völlig verändert oder überbaut vorzufinden. Sein gesungenes Fazit:
Ich find, es ist nicht gut zurückzukehren
an all die Orte, wo wir fröhlich warn.
Erinnerungen, die dort vorfänden, wären
doch nicht die, die wir uns davon bewahrn.
Erinnerungen sind vor allen Dingen
in uns, und nicht an irgendeinem Ort,
und so schön, wie sie für uns waren, klingen
sie eben nur noch in unsern Erinnerungen fort.
So sinnlos wie die Zeiger Uhren
anzuhalten und zurückzudrehn,
so sinnlos ist es auch, auf den Spuren
lang vergangner Tage zu gehn.
Diese Conclusio schwingt sehr deutlich auch in deinen Zeilen mit: All die Vergangenheit, die Geschichte und die Geschichten haben nun keinen Ort mehr in der Welt, an den sie gehören, leben nur noch in dir selbst, ohne Echo in der Realität. Heimatlose Erinnerungen sozusagen ...
Sehr gern gelesen und wehmütig mitempfunden!

LG, eKy