Hi Jenny,
es gibt das Sprichwort: "Stille Wasser sind tief" - da kann schon mal was hochsteigen, das "ganz unten " gelagert wurde.
Und auch diese Regel gilt: Niemand kann so wütend werden, wie ein gütiger Mensch, den man lange genug gereizt hat.
Nur dieses "sanftmütig sein um der Sanfmut willen - das geht geht irgendwann mal schief , eben, weil es an den eigenen Bedürfnissen vorbei läuft. Dann kocht der Topf über.
Runterschlucken, was man nicht schlucken soll ist auch keine gute Lösung - das kann ins Körperliche absinken.
Es nützt alles nichts: Ein ehrlicher Streit ist besser als ein falscher Friede!
Was man aber lernen muss ist das faire Streiten, das Unterlassen eigener Untergriffe und das Nicht-Zulassen von Übergriffen durch.
Beides braucht Disziplin und Selbstbeherrschung - und die können schwierig werden, wenn eine "uralte Wut" ( aus alten, offnenen Rechnungen ) hochsteigt. Dann kassiert oft ein völlig Unbeteilgter das, was den eigentlichen Verursacher hätte treffen sollen.
Man nennt das "verschobene Wut".
Mit einigem Nachdenken kommt man vielleicht drauf, wen oder was der urspüngliche Zorn gemeint hat?
Dann kann man das nächste mal sagen: Du, ich brauche jetzt mehr ...... ( oder weniger), weil........ - und der andere kennt sich aus.
Vielleicht hat der junge Mann einfach ein bisschen geklammert ? ( und du hättest der Mama - Ersatz werden sollen, der du nicht sein willst).
Als Frau muss man auch mal begreifen : Zornig sein ist nicht gleich böse!

"Schuld" ist ein Begriff, den ich persönlich nicht so gerne verwende - er setzt für mich die bewusste, dem anderen Schaden zufügen wollende Handlung voraus. Das passiert im Alltagsleben eher selten.
Was aber oft passiert ist, dass wir Ursachen setzen, die Wirkungen haben , so wie die Ursachen, die andere setzen, auf uns wirken.
Und nicht immer gefällt uns das.
Oft handeln wir in bestem Glauben ( NICHt religiös gemeint) - trotzdem ist die Wirkung anders als beabsichtigt.
Manches passiert aus Versehen, aufgrund eines Missverständnisses.
Vielleicht magst du deinem jungen Freund ja einen Brief schreiben und ihm deine augenblicklichen Gedanken und Eindrücke mitteilen, so wie du sie uns mitgeteilt hast?
Wirst ja sehen,ob und was zurückkommt. Möglicherweise löst sich ja auch mal so eine "Kellerleiche" in Nichts auf!
Ich drück dir die Daumen!
LG, larin