Es schwang ein Ton durch meinen Leib in Terz
nach deinem Kuss auf dem Perron in Emden;
er rauschte wild, gleich einem süßen Schmerz
in Wellen fort und wollte gar nicht enden
bis ich verstand, du raubtest mir mein Herz
und hältst es heut noch liebevoll in Händen.
Ein andres Weib als dich, wünsch ich mir nicht,
lass ich mich doch sehr gern von dir verführen,
denn du machst mir die Tage hell und licht,
und lässt mich Lust bei deinem Anblick spüren,
bis sich in mir die Sehnsucht Bahnen bricht,
dir zärtlich Leib und Seele zu berühren.
Küsst du mich dann, so schmelze ich dahin
und wünsche sehr, wir lägen eng umschlungen,
schenkt es mir doch den höchsten Lustgewinn,
wenn all mein Sein vom Wohlgefühl durchdrungen
mich schweben lässt mit frohem Herz und Sinn,
weil uns der Sprung in Amors Reich gelungen.
© Curd Belesos 04.Juli 2026