Autor Thema: Ausbruch  (Gelesen 261 mal)

gummibaum

Ausbruch
« am: Dezember 21, 2025, 05:16:38 »
Träume wieder vom Gefängnis.
Lauter Mörder sitzen ein,
und es wird mir zum Verhängnis,
Wächter hier und klein zu sein.

Mitten in der Nacht ein Schaben.
Welche Zelle weiß ich nicht.
Ihre Feile muss ich haben!
Doch es gibt nur schwaches Licht.

Dunkle Glieder hinter Gittern,
fühl ich, liegen wachend da,
und die Zeit verbirgt ein Zittern, 
folglich ist ein Ausbruch nah.

Taste mich zum nächsten Wächter.
doch er kommt nicht mit zu mir,
schickt mich sorglos mit Gelächter
nur zurück in mein Revier. 

Als ich mich dem Wachraum näher,
ist schon eine Zelle leer,
sind in allen andern Späher,
und mein Herz pocht immer mehr.

Doch, statt die Alarmanlage
auszulösen, schleiche ich,
da ich plötzlich nichts mehr wage,   
fort und lass mein Amt im Stich.

Glaube jetzt, die hohe Mauer,
die das dunkle Reich umschließt,
stoppt den Flüchtigen auf Dauer,
oder jemand wacht und schießt.
 
Andrerseits fühl ich mich hoffen,
dass er unbemerkt enteilt. -
Wache auf und sag mir offen:
Er ist ich…Ich hab gefeilt….
« Letzte Änderung: Dezember 22, 2025, 09:00:13 von gummibaum »

Erich Kykal

Re: Doppelt
« Antwort #1 am: Dezember 21, 2025, 13:05:10 »
Hi Gum!

Etwas wirre Geschichte - oder ist der Protagonist etwas wirr im Kopf, sozusagen auf Kriegsfuß mit der Realität? Wie wird so einer Gefängnisaufseher?

Und nur Schwarze im Knast? Muss in den südlichen USA sein - was nicht heißt, dass die alle unschuldig einsitzen. Dennoch - gibt es hier eine moralische Botschaft?

Der Wärter hat den Knasti selbst befreit? Eine Romanze?

Mit leichten Fragezeichen gelesen, wo diese Story wirklich hin will.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Doppelt
« Antwort #2 am: Dezember 21, 2025, 21:58:32 »
Stimmt, lieber Erich. Vielen Dank. Ich habe es geändert. Vielleicht geht es so.

LG g

Erich Kykal

Re: Ausbruch
« Antwort #3 am: Dezember 22, 2025, 10:45:30 »
Hi Gum!

Ja, mit dieser Conclusio wird manches klarer - der Wärter, der sich selbst gefangen fühlt in diesem Gemäuer.

'und die andern sind voll Späher' - wäre die Zeile so nicht verständlicher?

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

gummibaum

Re: Ausbruch
« Antwort #4 am: Dezember 22, 2025, 11:16:25 »
Ja, Erich, das wäre verständlicher, aber dann beginnen zwei Verse in Folge mit "und". Ich überlege.

LG g

a.c.larin

Re: Ausbruch
« Antwort #5 am: Dezember 22, 2025, 16:47:34 »
Hi gum, kann erich nur recht geben ( schon zum zweiten mal heute - was ist los?): jetzt liest es sich besser und die sachlage ist klar!
überarbeitung gelungen!

träume können schon recht bizarr und verworren sein und uns mit ihrer rätselhaftigkeit bis in das wachbewusstsein hinein verwirren.

der ausbrecher, der sein eigener gefängniswärter ist (oder umgekehrt!) würde für sigmund freund ein höchst interessantes traumymbol sein. freiheitsentzug, aussbruchssehnsucht, verhinderung derselben....aber auch hoffung, dass der ausbruch gelingen möge...sehr komplex

der freud hätt seine freud damit!

Lg, larin