Autor Thema: Das letzte Abendmahl  (Gelesen 2474 mal)

Erich Kykal

Das letzte Abendmahl
« am: Januar 05, 2013, 12:16:29 »
Wir saßen alle hier beim Abendmahle -
die Hoffnung, die Verzweiflung und auch ich.
Ein jeder aß und trank, und ich bezahle,
was immer meine Tage auch verlangen,
die uns bedienen. Unterm letzten Strich
sind alle ohne einen Dank gegangen.

Sie sagten, hier am Tisch wär es zu einsam -
die Zeit verginge schöner anderswo.
Ein kurzes Weilchen speisten wir gemeinsam,
dann haben sie mich ohne Gruß verlassen.
Die Tage räumen ab, verlaufen so
sich in der Nacht, als würden sie mich hassen.
« Letzte Änderung: Mai 02, 2021, 23:57:18 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

cyparis

Re:Das letzte Abendmahl
« Antwort #1 am: Januar 05, 2013, 19:01:09 »
Lieber Erich,


sehr bitter, aber  - wenn ich Lyrisches Ich mit dem Dichter gleichsetze - nicht sehr glaubhaft.
Erinnert mich an den abschiedswehen Uhland.
Auch von der Diktion her.

Lieben Gruß
von
Cyparis
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
copyright auf alle Texte

Erich Kykal

Re:Das letzte Abendmahl
« Antwort #2 am: Januar 05, 2013, 20:38:39 »
Hi, Cypi!

Uhland kenne ich nicht, wenn es so ist, handelt es sich um einen reinen Zufall.

Glaubwürdig oder nicht - alle meine (ernst gemeinten) Gedichte sind aus meinem Tiefsten geschöpft - oft bin ich hinterher selber überrascht!

Ich hab mir da ein Stückchen Lebensfrust von der (nicht vorhandenen) Seele geschrieben, einen Rest Winterdepro... 8)

Finde es aber recht gelungen! (Wenn ich mal so eitel sein darf!)

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

cyparis

Re:Das letzte Abendmahl
« Antwort #3 am: Januar 05, 2013, 21:21:12 »
Du darfst, Du darfst!

Uhland war ein stumm leidend enttäuschter Liebender, der in einem Gedicht  d a s  einschloß, was mich (jung!) schmerzte.

Lieben Gruß!
Cyparis
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
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