Der jungen, im Konzentrationslager an Fleckfieber verstorbenen,
Selma Meerbaum Eisinger
gewidmet
(sie ist mir einer meiner liebsten - wenn Korrektur, bitte nur Grammatik und Interpunktion)
Ein Traum, ein Traum, was ist ein Traum?
Ich sehne mich nach Licht und Raum,
du gingst, bist weg, ins fremde Glück,
ihr alle seid hinfort, und kehrtet nicht zurück.
Ach komm, nicht länger kann ich hier verweilen.
Es tut so weh, allein zu sein.
Ich habe Angst.
Die Dinge schweigen, sprechen nicht -
schau da, ein Baum, sein Angesicht,
er ist mit Liebe übergossen -
sein Laub ist zart, fast seidenrein,
ich bin in ihm zerflossen,
nimm meine Hand, erspüre mich -
so nimm sie doch ganz fest an dich,
und streichle sie, entzünde mich.
Ich möchte in die Äste steigen!
Ein Glutenreigen will ich sein!
Und meine Blicke in unendlich tiefe Fremden neigen,
gebt Früchte mir und fürchtet nicht,
ich bin es nur, seid mein Gericht!
Dann sind wir eins, mein Himmel,
mein Himmel, du und ich,
Oh glaube mir: Ich liebe dich…
Was wär ich in der Dunkelheit?
Wo bliebe meine Seele? Welch Namen hätte ich?
Man sähe mich dort nicht, so fasse mich,
berühre, ach, greife fest nach mir,
und führ mich eng umschlossen nah an dich heran,
dann spielten wir mit Sternen
im Honiglicht am Hang.
Bin ich verstorben? Bin ich gegangen?
Und würd ich leben, was wäre dann?
Und würd ich lachen, wann wäre wann?
Nein, ich werde schreien und ich bin zerrissen.
Die Nacht ist liderschwer, ich bin so müde
und will mich in das Fernsein singen
so laut wie ich nur kann,
mit schaurig schönen Quinten
den Frieden mit dir finden.
Nun seid ihr weg, ihr seid ja immerfort -
seit Jahren nun bin ich allein
im Garten hier, bin nachtumflort,
doch heute muss ich einsam sein.