Hi Curd!
Eine sehr wohlausgewogene, runde Leistung, dieses Sonett! Oberligalyrik!

Ein paar Peanuts für Sprachklang und -melodie:
Wo ist sie hin, die Bank aus Vaters Garten,
auf der wir zwei so manche Nacht gesessen?
Nie werde ich die Zeit mit dir vergessen
und würd auch heut noch gern dort auf dich warten.
Doch von der Laube,
darin wir geschworen,
einander treu und ewiglich zu lieben,
sind nur die Geißblattranken noch geblieben
das andre ging, wie wir
auch uns verloren.
Wenn zart im Mai die ersten Triebe sprießen,
Leerstelle zuviel vor "Triebe".sind wir vor Lust nach Liebe wie besessen,
Komma am Zeilenende.und die Gefühle wollen überschäumen.
Doch fällt im Herbst das
Blattwerk von den Bäumen,
Dein "dann" wirkt etwas lückenfüllerisch ...ist alles Liebessehnen längst vergessen,
und nur in Träumen
noch zeigt sich Genießen.
Durch kleine Umstellungen wird die Sprachmelodie oft sehr geglättet oder bestärkt. Das wirkt lyrisch ...
Sehr gern gelesen!

LG, eKy